Fortuna Düsseldorfs neuer Torwart: Steffen rüttelt an Rensings Thron

Fortunas neuer Torwart : Zack Steffen rüttelt an Rensings Thron

Fortunas neuer US-Amerikaner ist ein Mann mit Ambitionen: Erst will der 24-Jährige in Düsseldorf die Nummer eins werden, dann bei Manchester City.

Auf die positive Art von Zackery Steffen können sich die Fans von Fortuna Düsseldorf freuen. Natürlich ist der 24 Jahre alte US-Amerikaner nicht zum Spaß bei der Fortuna, er will die Nummer eins im Tor werden. Das ändert aber nichts daran, dass er seinem Konkurrenten Michael Rensing gehörigen Respekt entgegen bringt.

Steffen ist erst einmal ein Jahr bei der Fortuna, ausgeliehen vom englischen Meister Manchester City. Dort hat er mit Trainer Pep Guardiola zwar gar nicht gesprochen, bevor er in die Bundesliga vergeliehen wurde. Sein Ziel ist es trotzdem, auch beim englischen Millionenclub irgendwann die Nummer eins zu werden. Dabei soll ihm die Fortuna helfen. Es sei „ganz wichtig, Erfahrungen in der sehr starken Liga in Deutschland zu sammeln“.

Zack Steffen ist ein Familienmensch, so hielt er es nicht allzu lange in Freiburg aus, wo er 2015 als 20-Jähriger erstmals in den europäischen Fußball reinschnuppern sollte. Nach nur einem Jahr ging es zurück in die USA, zum Profiklub Columbus Crew — zumindest in die Nähe des Elternhauses.

Schwester Lexi ist mit nach Düsseldorf gekommen

Die Familie ist für ihn als Rückhalt sehr wichtig ist. Nicht nur seinen ersten Fußballklub aus West Chester (Pennsylvania) hat er sich auf die Haut tätowiert, sondern auch (Geburts-)Daten seiner Familienmitgliedern. Von Heimweh ist aber keine Rede mehr, denn obwohl Steffen Single ist, kommt er in weiblicher Begleitung: Seine Schwester Lexi (22), die ebenfalls Fußball spielt, ist dabei. Derzeit sucht sie eine schöne Bleibe für das Duo in Düsseldorf.

Kontakte zu anderen US-Spielern wie Weston McKenny (Schalke 04) und Christian Pulisic (ehemals Dortmund) hat er dazu genutzt, um sich über die Fortuna zu informieren. Er habe nur Gutes gehört, von einem sehr erfolgreichen Jahr in der vergangenen Saison.

Nächsten Mittwoch soll er erstmals für die Fortuna spielen

Für ihn selbst lief es jüngst nicht so gut. Zwar kam er mit den USA ins Finale beim Gold Cup, dem mittel- und nordamerikanischen Äquivalent zur EM, das Finale gegen Mexiko ging aber verloren. Die Enttäuschung versucht er noch zu verdauen und freut sich, möglichst schnell ins Fortuna-Training eingegliedert zu werden. Den genauen Ablauf muss er noch mit Friedhelm Funkel besprechen, erstmals wird er wohl im Test gegen Rayo Vallecano nächsten Mittwoch im Tor stehen, da die Pause nach dem Gold Cup kurz war. Zumindest den Jetlag hat Steffen überwunden, nicht mal vom Läuten der Kirchenglocken in Maria Alm habe er viel mitbekommen, so gut habe er geschlafen.

Ähnlich gut gefällt ihm das Essen im Hotel. Steffen freut sich, das streng auf gesundheitliche Aspekte reduzierte Essen beim US-Team hinter sich gelassen zu haben. Eine gesunde Ernährung stehe natürlich auch bei ihm ganz oben, hin und wieder dürfe es aber ein Burger oder eine Pizza sein. Wo er die in Düsseldorf bekommt, muss er noch herausfinden. Generell weiß Steffen nur so viel: „Düsseldorf soll eine große und schöne Stadt sein. Es soll gute Einkaufsmöglichkeiten und gutes Essen geben.“

Guardiola zählt ihn zu den besten Torhütern der Bundesliga

Viel Zeit, die Stadt kennenzulernen, wird er erst mal nicht haben, Funkel möchte bis zum Bundesliga-Start einen möglichst umfangreichen Eindruck seines neuen Torhüters haben. Eine Stammplatzgarantie habe er „weder vom Trainer noch von Lutz Pfannenstiel“ erhalten, erklärt Steffen, der sich dennoch motiviert fühlt, weil Pep Guardiola ihn zu den sechs besten Torhütern der Bundesliga zählt — falls er denn spielt. Das macht er übrigens lieber bei der Fortuna als bei einem Topklub, weil er gern viel zu tun haben möchte. Seine Stärken? Mentale Kraft, gute Reflexen, Strafraumbeherrschung und Athletik.

Davon sollen auch die Kollegen profitieren, die ihn „sehr freundlich“ aufgenommen hätten, auch Konkurrent Rensing. Für Steffen wirkt das Ganze schon so familiär, dass er sich vorstellen kann, bei der Fortuna sein Glück zu finden. Und mit seiner positiven Art ist er bestimmt in der Lage, der Mannschaft etwas zurückgeben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung