Fortuna Düsseldorf: Zimmer arbeitet in Wiesensee an seinem Comeback

Fortuna Düsseldorf : Fortunas Jean Zimmer und sein langer Weg zurück

Der 25 Jahre alte Jean Zimmer von Fortuna Düsseldorf ist nach seiner langen Verletzungspause wieder fit. Dafür hat er sich über Monate richtig gequält.

Eine lange Sommerpause gab es für Jean Zimmer in diesem Jahr nicht. Eigentlich schloss sich nach dem Saisonende für ihn direkt die Vorbereitung auf die neue Spielzeit an. „Bis auf die kurzen Flitterwochen war ich nicht weg und habe mich nach meiner Verletzung nur intensiv auf die neue Saison vorbereitet“, beschreibt der Ex-Kaiserslauterer die vergangenen zwei Monate, in denen er weiter für sein Comeback geschuftet hat. „Es gibt kein schöneres Gefühl für einen Fußball-Profi, als wieder auf dem Platz stehen zu können“, sagt der Außenbahnspieler von Bundesligist Fortuna Düsseldorf. Aufgrund seines in den vergangenen Wochen absolvierten Programms, hat der gebürtige Bad Dürkheimer zu Beginn des ersten Trainingslagers am Wiesensee gegenüber manchem Mitspieler einen Vorteil in Sachen Fitness. „Darauf habe ich hingearbeitet, war vier Monate in der Reha und habe da acht, neun Stunden am Tag gearbeitet“, sagt Zimmer.

Bislang habe das Sprunggelenk, das den 25-Jährigen fast die komplette Rückrunde 2019 gekostet hat, nicht auf die Belastungen der ersten Trainingstage reagiert. Dafür dauern die Einheiten für Zimmer länger, weil die Vor- und Nachbereitung deutlich intensiver geworden ist. Das beinhaltet ein umfangreicheres Aufwärmprogramm und eine ausgedehntere Massage. „Ich habe das umgestellt, um mit den Belastungen besser klar zukommen und bin nun häufiger in der medizinischen Abteilung“, sagt er. „Wenn alles weiter so gut klappt, kann ich damit gut leben.“

Obwohl der 25-Jährige hart an sich arbeitet, merkt er noch, dass er nach seiner Verletzung lange pausieren musste. „Ich bin noch nicht auf dem Level, auf dem ich sein möchte“, sagt Zimmer. „Ich habe fast eine halbe Saison pausiert, da fehlt mir der Saft. Aber den hole ich mir noch.“

Derzeit denkt Zimmer nur von Training zu Training

Großartige Ziele für die neue Saison hat er sich noch nicht bewusst gesteckt und wandelt stattdessen den berühmten Spiel-Spruch ab: „Ich denke derzeit nur von Training zu Training und will gesund bleiben.“ Allerdings ist ihm dann doch zu entlocken, dass er sich gegenüber der vergangenen Saison weiter steigern möchte.

Da der „harte Kern“ der Mannschaft, wie ihn Jean Zimmer bezeichnet, zusammen geblieben ist, glaubt er nicht, dass sich in Sachen Teamgeist und Erfolgschancen künftig viel ändern wird. „Natürlich können wir nicht davon ausgehen, wieder 3:3 in München zu spielen, aber Qualität haben wir in der Mannschaft.“ Das müsse die Fortuna nur wieder auf den Platz bringen — und zudem noch deutlich besser verteidigen. Die mit 65 hohe Zahl der Gegentore in 34 Partien stört auch Zimmer. Bleiben muss hingegen die gute Stimmung in der Mannschaft und das positive Herangehen an alle Spiele. „Wir sind eben ein eingeschworener Haufen“, erklärt er.

Das könnte auch für die drei Aufsteiger 1. FC Köln, SC Paderborn und Union Berlin gelten, die mit viel Euphorie in die Liga kommen. Auch daher wird die Fortuna nach Aussage Zimmers diese drei Teams nicht unterschätzen: „Von dem Geschwätz, dass wir besser sind als Paderborn oder Union Berlin sollten wir uns ganz schnell verabschieden und es nicht in unsere Köpfe kommen lassen.“ Auch die alleinige Ausrichtung und Fokussierung auf die vier Derbys gegen Köln oder Mönchengladbach ist für Zimmer der falsche Ansatz. „Ich freue mich besonders auf die Spiele, wo viele Zuschauer da sind und eine geile Stimmung herrscht.“ Und diese möchte er gerne hundertprozentig fit und auf dem Rasen erleben. Sein langer Weg zurück ist erst dann richtig beendet.

Mehr von Westdeutsche Zeitung