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Fortuna Düsseldorf - Wo der frühere Stürmer Stefan Reisinger jetzt an der Seitenlinie steht

Neuer Job : Reisinger arbeitet nun bei 1860

Der ehemalige Torjäger der Fortuna heuert beim Drittligisten als Assistenztrainer an.

Stefan Reisinger hat die zweiwöchigen Pfingstferien in Bayern zu einem Urlaubstrip mit der Aida auf dem Mittelmeer genutzt. „Barcelona, Rom, Pisa – das war toll“, erzählt der frühere Stürmer der Düsseldorfer Fortuna, der zuletzt an einer katholischen Realschule Wirtschaft und Sport unterrichtete. Er war gerade an Land auf dem Weg zum schiefen Turm in Pisa, als sein Handy klingelte. Am anderen Ende der Leitung war Michael Köllner. Der Trainer des Drittligisten TSV 1860 München fragte Reisinger, ob er sich vorstellen könne, sein Co-Trainer zu werden. „Da brauchte ich nicht lange überlegen“, berichtet Reisinger. „Das ging alles ganz schnell.“ Nach seinem Urlaub unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag und steht inzwischen längst auf dem Trainingsplatz.

Dass Reisinger nicht zögerte, hat verschiedene Gründe. „Michael hat mir gesagt, was ihm wichtig ist“, sagt der 40 Jahre alte gebürtige Landshuter, der einiges mitbringt, was Köllner wichtig ist – zum Beispiel Drittliga-Erfahrung und einen Löwen-Stallgeruch. 2005/06 spielte er für seinen Lieblingsverein, allerdings wird er nicht gerne daran erinnert. „Das ist der einzige Verein, bei dem ich nicht so erfolgreich war“, sagt der frühere Bundesliga- und Zweitliga-Torjäger, der unter anderem für Fortuna, den SC Freiburg und Greuther Fürth stürmte, in 25 Spielen für die Löwen aber kein einziges Tor erzielte.

Die Erfolge, die ihm als Spieler mit den Sechzigern nicht vergönnt waren, will er nun als Co-Trainer mitfeiern und seinen Teil dazu beitragen. Nachdem die Blauen zweimal Vierter waren, soll es nun natürlich mindestens einen Platz höher gehen. Das Ziel ist die Rückkehr in die Zweite Liga. Darauf arbeitet Michael Köllner mit seinem Team zielstrebig hin.

Im Pokal gibt es für Reisinger ein Déjà-vu. 2019 traf er mit dem KFC Uerdingen, bei dem er unter anderem als Co-Trainer arbeitete, in der ersten Runde des DFB-Pokals auf Borussia Dortmund; das ist nun am 29. Juli mit dem TSV 1860 München erneut der Fall. Die Uerdinger verloren damals in Düsseldorf vor 32.110 Zuschauern mit 0:2. Und diesmal? „Das ist natürlich eine schwierige Aufgabe“, sagt Reisinger. „Aber das Stadion ist ausverkauft und früh in der Saison. Im Pokal ist immer etwas möglich.“

„Reises“ Pokalerfahrungen mit der Fortuna sind auch durchaus bemerkenswert. Bei drei Versuchen schieden er und seine Kollegen gleich zweimal gegen unterklassige Teams aus: 2012 mit 0:2 in Offenbach und acht Monate später beim 0:1 in Wiedenbrück. Dafür erzielte der Stürmer beim 1:0-Sieg in Burghausen im Sommer 2012 den entscheidenden Treffer. Wesentlich erfolgreicher war jedoch Reisingers Fortuna-Zeit in der Bundesliga: In 24 Partien 2012/13 schoss er immerhin sieben Treffer.

Irgendwann im Saisonverlauf wird es auch ein Wiedersehen mit Stefan Krämer geben, der in Uerdingen gleich zweimal sein Chef war, wenn München und Meppen aufeinander treffen. Und wer weiß? Falls den Sechzigern gegen Dortmund eine Pokalsensation gelingt, kann es in einer der Folgerunden ja auch noch zum Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub Fortuna kommen. Dafür müsste diese allerdings die erste Runde beim Viertligisten Kickers Offenbach überstehen – aber da wissen alle am Abend des 30. Juli entscheidend mehr.