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Fortuna Düsseldorf: Wie sich Kenan Karaman mit Corona im türkischen Nationalteam infizieren konnte

Vorfälle im türkischen Nationalteam : Karaman fällt noch mindestens zwei Spiele aus

Zur Infektion kam es offenbar durch eine Hochzeitsfeier.

Mitte März postete İrfan Can Kahveci ein Video auf „Instagram“ vom schönsten Tag seines Lebens - seiner Hochzeit. Das Leben um sie herum haben sie großzügig ausgeblendet. Corona-Pandemie? Irgendwelche Hygienemaßnahmen? Maskenpflicht? Fehlanzeige. Nur wenige Tage später ist für Kahveci der Berufsalltag weitergegangen. Der Profi von Fenerbahce Istanbul gehörte zum 28-köpfigen Kader der türkischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation. Bei der Hochzeit von Kahveci waren noch weitere Mitglieder des Nationalteams. Fest steht: Kahveci wurde nur wenige Tage nach seinem Eintreffen ins türkische Camp positiv getestet und nach Hause geschickt.

Für den türkischen Verband waren damit die Vorsichtsmaßnahmen abgeschlossen. Die Qualifikationspartien sollten unbedingt durchgeführt werden. Offizielle Bilanz laut Mannschaftsarzt: zwei weitere Fälle. Diese Zahl ist ganz offensichtlich nicht haltbar, wie viele schlussendlich ganz genau positiv zu ihren Vereinen nach Hause gekehrt sind, ist bislang nicht sicher. In türkischen Medien wird darüber spekuliert, große Teile der Mannschaft könnten betroffen sein. Es soll sogar noch eine zweite Hochzeitsfeier gegeben haben, bei der ebenfalls zahlreiche Nationalspieler unter den Gästen waren.

Der Düsseldorfer Fußballprofi Kenan Karaman gehörte nicht dazu. Und doch ist er unmittelbar betroffen. Der 27-Jährige wurde von der türkischen Delegation mit einem negativen Testergebnis zurück nach Deutschland geschickt. Ulf Blecker, Teamarzt von Zweitligist Fortuna hatte Zweifel am Ergebnis und schickte Karaman sofort zu einem Labor nach Leverkusen, um einen weiteren Test machen zu lassen. Karaman hatte nach seiner Rückkehr keinen Kontakt zur Mannschaft.

Ergebnis: positiv. Konsequenz: zwei Wochen häusliche Quarantäne ohne Chance auf Verkürzung. Karaman leidet aktuell nur an leichten Symptomen, die ärztliche Abteilung des Klubs ist bei ihm besonders sensibilisiert, weil er erst vor 15 Monaten eine schwere Lungenentzündung durchgemacht hatte und damit als Risikopatient eingestuft wird. Für Karaman aber auch seinen Verein sind die Auswirkungen erheblich. Mindestens bei zwei Partien wird der Angreifer nicht mitwirken können.