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Fortuna Düsseldorf: Wie der Zweitligist die Düsseldorfer Arena zum Lernort macht

Neues Projekt : Appelkamp ist Pate für „Lernort Stadion“

Der Klub ist Teil eines Projekts, das bei jungen Menschen Interesse für Politik und Soziales wecken soll. Shinta Appelkamp ist Pate.

(jol) Fußball und Bildung – zwei Begriffe, die nicht jeder zwingend sofort in einem Atemzug nennen würde. Doch alte Klischees sind längst auf dem Weg zu verblassen. Erst vor einigen Monaten machte Fortunas Stürmer Emmanuel Iyoha sehr positiv von sich reden, als er sich als Pate für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der Joseph-Beuys-Gesamtschule engagierte. Gemeinsam mit der Schule unterstützt der Profi dabei diverse Projekte gegen Rassismus.

Jetzt wird auch Shinta Appelkamp Pate, ebenfalls für ein ambitioniertes gesellschaftliches Projekt. Es heißt „Lernort Stadion“, und das ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen. „Lernort Stadion ist ein Leuchtturmprojekt der Deutschen Fußball-Liga“, erklärt Paul Jäger, der als Direktor CSR – Kurzform für Corporate Social Responsibility, zu deutsch unternehmerische Gesellschaftsverantwortung – bei Fortuna der zuständige Ansprechpartner ist. „Es geht darum, jungen Menschen im Alter von 13 bis 20 Jahren politische Module, gesellschaftliche Prävention und soziale Kompetenzen näherzubringen.“

Der Fußball, besonders der Profifußball, erleichtert dabei den Zugang, bietet sozusagen die Plattform, um die wichtigen Lerneffekte zu erzielen. „Im rot-weißen Klassenzimmer lernt es sich eben ganz anders“, erklärt Jäger. Fortuna ist dabei in Düsseldorf allerdings keine Einzelkämpferin. Träger ist der Jugendring Düsseldorf, Fortuna und die DFL-Stiftung sind Förderer, DLive ist mit seiner Arena Gastgeber.

Als Themenschwerpunkte für den Standort „Bildungskick“ Düsseldorf gibt die bundesweit tätige Dachorganisation „Lernort Stadion“ Sexismus und Homosexuellen-Feindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus, Suchtprävention und Medienkompetenz an – wobei es bei Letzterer vorrangig um die Gefahr geht, sogenannten „Fake News“ Glauben zu schenken oder achtlos Hassvokabular zu verwenden.

„Dazu gibt es dann eine ganze Reihe von zweitägigen Workshops in der Arena“, berichtet Jäger. „Zum Abschluss gibt es dann auch Stadionführungen, zum Beispiel mit Tom Koster und Claudia Beckers. So verbinden wir die große Popularität des Fußballs mit dem wichtigen Erwerb sozialer und gesellschaftlicher Werte.“ Zielgruppen sind dabei neben Schulklassen (Stufe sieben bis zehn) auch Jugendgruppen aus Verbänden, Freizeiteinrichtungen oder Sportvereinen.

Fortuna sei es wichtig, sich gesellschaftlich zu engagieren, Jugendlichen Halt und Orientierung zu geben. „Das muss authentisch sein und nachhaltig“, betont der CSR-Direktor. „Ich sehe bei diesem Projekt aber auch den wichtigen Solidaritätsfaktor. 25 Klubs aus der ersten und zweiten Bundesliga machen bei Lernort Stadion mit, da ist es für uns absolute Ehrensache, auch dabei zu sein.“

Die ersten Workshops mit Projektkoordinatorin Stefanie Stausberg und Lisa Ollesch vom Fanprojekt des Jugendrings Düsseldorfs sind bereits gelaufen, weitere werden in den nächsten Monaten immer wieder folgen. Wer sich näher über „Lernort Stadion“, Inhalte und Programme informieren möchte, sollte diesem Link folgen

bildungskick.de