Ausraster in Paderborn Darum hat sich Fortuna-Trainer Thioune beim Schiedsrichter entschuldigt

Paderborn/Düsseldorf · Paderborn-Trainer Kwasniok nimmt Fortunas Coach nach Gelber Karte in Schutz.

 Sah in Paderborn die Gelbe Karte: Daniel Thioune.

Sah in Paderborn die Gelbe Karte: Daniel Thioune.

Foto: dpa/David Inderlied

Seit der Saison 2019/20 gibt es Verwarnungen für Trainer und Betreuer in den deutschen Profiligen. Nach der vierten Verwarnung ist der Teamoffizielle gesperrt und muss ein Spiel aussetzen. Soweit, so unspektakulär. Lukas Kwasniok hat beim Aufeinandertreffen des SC Paderborn mit Fortuna eben eine solche Gelbe Karte gezeigt bekommen – allerdings nach dem Abpfiff. Ein Umstand, der den Cheftrainer der Ostwestfalen dazu bewegt hat, sich dann doch noch einmal über das Große und Ganze Gedanken zu machen.

„Angeblich hatte ich mich mit dem Käppi zu wüst über eine Schiedsrichter-Entscheidung aufgeregt. Dabei hatte ich es nur abgenommen, um mit meinem Trainerteam zu jubeln“, erklärte der SCP-Trainer. Auf Hinweis des Vierten Offiziellen wurde das „Vergehen“ jedenfalls geahndet. „Das ist ein klassisches Beispiel dafür, dass der Vierte Offizielle völlig verschenkt und für die Katz ist. Er achtet auf Dinge und interpretiert fehlerhaft etwas hinein. Dabei habe ich noch keine Trainer gesehen, die sich an der Linie eine Schlägerei geliefert haben.“

Und wie sieht es bei Daniel Thioune aus? „Bei mir war es relativ einfach“, erzählt er auf Nachfrage. „Im TV-Bild war es eine ganz, ganz klare Abseitssituation, die dazu geführt hat, dass Florian Kastenmeier den Ball ins Aus geschossen hat. Der anschließende Einwurf leitete das Gegentor ein. Für mich war das ein absolutes No-Go. Da habe ich mich dann relativ lautstark geäußert und sehr viel dafür getan, meine erste Gelbe Karte in dieser Saison zu bekommen.“

Der 49-Jährige weiter: „In der Halbzeitpause bin ich von den Schiedsrichtern in die Kabine eingeladen worden. Da habe ich dann den Frame aus dem Keller gezeigt bekommen. Ich würde nach dieser Kenntnis behaupten, es ist ein streitbares Abseits gewesen. Da ist schon eine Linie, die sich die Jungs im Keller gut zurecht gezogen haben, dass es auch wirklich kein Abseits sein könnte. Somit war ich in der Pflicht, mich bei den Schiedsrichtern zu entschuldigen, und das habe ich auch getan. Deshalb war die Gelbe Karte total berechtigt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass ich mehr Recht gehabt hätte, so wie es halt zunächst im Bild aussah. Ich war einfach falsch unterwegs.“

Thioune hatte in der vergangenen Saison eine Wette mit der Redaktion eingeschlagen, dass er nicht mehr als eine Verwarnung in der Spielzeit sehen würde. In Karlsruhe war er von Schiedsrichter Florian Heft mit der Gelben Karte zur Räson gerufen worden. Nach einer Aktion auf dem Feld wähnte er seine Mannschaft benachteiligt und machte sich lautstark Luft.

Diesmal war es Tobias Welz und zu viel Emotionalität von Thioune. Wenn es dabei bleibt, wird es ohne Auswirkungen bleiben – nur die Mannschaftskasse von Fortuna dürfte um ein paar Euros dadurch gefüllt werden.

(gic)
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