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Fortuna Düsseldorf: Was Vorstand Klaus Allofs nach dem Spiel gegen Hannover 96 besonder ärgert

Nach 1:1 gegen Hannover 96 : Fortuna: Allofs beklagt geringe Ausbeute

Das 1:1 gegen Hannover fühlt sich wie eine Niederlage an. Und auch hinter den Kulissen muss man sich erst einmal sammeln.

Im Sinne der Politik der kleinen Schritte ist Fortuna am vergangenen Wochenende exakt 18,95 Zentimeter weitergekommen. Um Zuschriften im größeren Ausmaß zu vermeiden: vielleicht waren es auch nur 0,95 Zentimeter. Jedenfalls war es nicht so viel, um ernsthaft von einer echten Entwicklung zu sprechen. Kämpferisch konnte man diesmal Fortuna nichts vorwerfen, aber sollte man tatsächlich Applaus dafür verteilen, dass eine Profi-Mannschaft über 90 Minuten bereit ist, sich zu engagieren?

Es war einiges gut. Und wenn man tatsächlich in der Lage gewesen wäre, das Spiel auch nach Hause zu bringen, hätte man deutlich entspannter in der Länderspielpause sein Tagewerk angehen können. Nun steht man weiter unter dem permanenten Druck, in der nächsten Auseinandersetzung nachweisen zu müssen, dass des Trainers Ideen auch Anwendung in der praktischen Umsetzung finden. Manchmal blitzt da was kurz auf, aber insgesamt ist vieles noch nicht stimmig genug.

Hennings ist nicht für das
System von Preußer geboren

Vorstand Klaus Allofs beschäftigen nach dem 1:1 gegen Hannover 96 viele Gedanken. Die allermeisten kreisten natürlich um den Gesundheitszustand von Andre Hoffmann. Doch Allofs versuchte, sich auf die sportlichen Auswirkungen dieses Spiels zu konzentrieren. Und so stellte er ernüchtert fest: „Dieses Spiel hat sich in eine Vielzahl von Vorstellungen eingereiht, in denen unsere Ausbeute einfach zu gering gewesen ist.“ Die Mannschaft habe nach den Tiefschlägen der vergangenen Tage eine gute Reaktion gezeigt, man habe gut angefangen, es aber nicht zu Ende gespielt bekommen.

Denn Chancen waren durchaus da, wenn auch mitunter nicht in letzter Konsequenz umgesetzt. Ein Problem ist und bleibt: Rouwen Hennings ist nicht für das Spielsystem von Christian Preußer geboren worden. Er ist technisch zu limitiert (was bitte nicht als Angriff auf ihn verstanden werden soll), um als einzige Spitze zu fungieren. Hennings gewinnt nicht die entscheidenden Zweikämpfe, er ist eine Reihe dahinter als Ballverteiler verschenkt. Zu oft lässt er sich fallen und ist dann, Überraschung, weit entfernt von der gefährlichen Zone. Mit seinen 34 Jahren wäre es ratsam, sich zu überlegen, was man ändern kann, um ihn besser in Szene zu setzen. Er hat Tore noch in seinen Beinen, man muss ihn nur in seine Komfortzone bringen – den Strafraum. Preußer hegt insgeheim wohl noch die Hoffnung, dass er seine Vorstellungen mit dem vorhandenen Personal umsetzen kann. Es ist nur ein kleines Puzzlestück, aber am Ende dann doch ein ziemlich elementares. Nämlich dann, wenn man auflösen will, warum nicht schon früher ein zweites oder drittes Tor dafür gesorgt hat, dass die Überlegenheit auch zu drei Punkten führte. Gegen Hannover war das allerdings genau das Problem. Macht man selbst nur ein Tor, muss man sich nicht wundern, wenn auch mal einen Ausgleich kassiert.