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Fortuna Düsseldorf: Was Trainer Daniel Thioune am Verhalten des Hamburger SV störte​

Nach Verletzung von Zimmermann : Düsseldorfer Rumpfteam offenbart in Hamburg Defizite in der Verteidigung

Der Trainer ist bei den hitzigen Diskussionen im Spiel zwischen dem Hamburger SV und Fortuna dabei.

Es waren gerade einmal acht Minuten absolviert, da kochten die Gemüter in der Partie zwischen dem Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf zum ersten Mal so richtig hoch. Fortunas Teammanager Sascha Rösler und der gegnerische Trainer Tim Walter zeigten sich gegenseitig verbal, dass sie gerade nicht der allergrößte Freund des jeweils anderen sind. Und auch Daniel Thioune mischte kräftig mit.

Alles begann mit einer Szene, die eigentlich nicht viel Potenzial zu großen Diskussionen hatte. Matthias Zimmermann bekam unbeabsichtigt den Ellbogen von Robert Glatzel ins Gesicht und blieb benommen liegen. Der Rechtsverteidiger musste anschließend nicht nur ausgewechselt, sondern bereits in den Katakomben mit vier Stichen an der Augenbraue genäht werden. HSV-Trainer Walter wünschte seinem ehemaligen KSC-Spieler Zimmermann nach der Partie noch einmal gute Besserung.

Nach der Länderspielpause
geht es gegen Bielefeld weiter

„Wenn er sich so um Zimbo bemüht, hätte ich mir schon gewünscht, dass der HSV auch mal den Ball an uns zurückspielt, nachdem wir ihn ins Aus gespielt hatten, damit wir wechseln können“, sagte Thioune nach der Partie angesprochen auf die hitzigen Diskussionen am Spielfeldrand. „Matthias hat sich ja schließlich den Kopf nicht selber eingehauen. Das hätte im Sinne des Fairplays sicher anders gelöst werden können.“

Es war indes auch die einzige Situation, die wirklich für Diskussionen sorgte. Über die Richtigkeit des Spielergebnisses konnte schlussendlich jedenfalls nicht diskutiert werden. Der HSV gewann gegen eine unterlegene Fortuna verdient mit 2:0. Die Düsseldorfer, die mit einer Notelf antreten und bereits früh in der Begegnung erneut wechseln mussten, hatten gegen die Rothosen eigentlich keine einzige echte Chance. „Um den HSV schlagen zu können, brauchen wir wahrscheinlich die maximale Qualität des Kaders“, sagte Thioune. „Das war mit dieser Personaldecke eine zu große Herausforderung.“

Nichtsdestotrotz hätte Fortuna vor allem den ersten Gegentreffer durch Glatzel besser verteidigen können. Der eingewechselte Nicolas Gavory sah nach dem langen Ball von Mario Vuskovic auf Bakery Jatta alles andere als gut aus. „Ich habe mich nach dem Spiel gegen Heidenheim deutlich mehr geärgert. Da war deutlich mehr drin. Der HSV war einfach deutlich stärker als wir“, analysierte Thioune. „Wir werden aber natürlich über Details reden müssen. Wir hätten es auch, mit den Spielern, die auf dem Platz standen, besser verteidigen können.“ Nach der Länderspielpause empfängt Fortuna Absteiger Arminia Bielefeld in der Düsseldorfer Arena. Die Chance, dass Thioune dann wieder ein etwas breiterer Kader zur Verfügung steht, ist hoch. Gegen den HSV mussten Gavory und Rouwen Hennings spielen, obwohl ihr Fitnesszustand noch nicht ansatzweise bei 100 Prozent lag. „Nico hat zu mir gesagt, dass ein paar Minuten wohl gehen werden. Die paar Minuten waren jetzt 80“, erzählte Thioune. „Und Rouwen hat eigentlich signalisiert, dass er nicht kann. Am Ende fehlten mir einfach die Alternativen, um reagieren zu können.“ Und so mussten alle Protagonisten nach diesem Samstagabend feststellen, dass dieser Hamburger SV für eine solche Düsseldorfer Rumpftruppe doch eine Nummer zu groß war. Auch Interimskapitän Marcel Sobottka konnte diese Analyse so unterschreiben: „Es war ein verdienter Heimsieg. Man hat den kleinen, aber feinen Unterschied gesehen, warum der HSV eine Spitzenmannschaft ist und wir aktuell noch nicht. Unter dem Strich war Hamburg einfach die bessere Mannschaft.“