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Fortuna Düsseldorf: Warum Funkels Vertrag wieder ein großes Thema ist

Fortuna Düsseldorf : Warum Funkels Vertrag wieder ein großes Thema ist

Der 66-jährige Trainer von Fortuna Düsseldorf steht vor der Vertrags-Verlängerung. Einer, der Funkel künftig noch ein wenig mehr Rückendeckung geben könnte, ist der amtierende DFB-Vizepräsident Peter Frymuth.

Die Tage der nahenden Winterpause lösen bei manchem Fortunen Unbehagen aus: Im Januar hielt die Fans eine einzigartige Trainerposse um Friedhelm Funkel in Atem. Der Winter als Zeit des Durchatmens raubte in Düsseldorf allen den Atem: Funkel sollte erst keinen Vertrag mehr erhalten, dann auf Druck der Fans doch noch unbedingt bleiben. Am Ende war an seiner Stelle Vorstand Robert Schäfer weg – und Fortuna eine kleine Lachnummer.

Und jetzt? Die streitbare Konstruktion der Einjahresverträge, die Trainer und Club seit geraumer Zeit schließen, hat zur Folge, dass derzeit erneut Ungemach droht. Wieder ist die Vertragsverlängerung des Routiniers Thema, wieder ist das Ganze nicht still und gelassen hinter den Kulissen abgehandelt worden. Stattdessen wird der Funkel-Vertrag wieder öffentlich verhandelt.

Eine neue Vertragsposse kann sich niemand leisten

Funkel selbst, der schon vor wenigen Tagen in der „Augsburger Allgemeinen“ gesagt hatte, dass in wenigen Tagen geklärt sei, ob er im Sommer Rentner sei oder weitermache, legte nun in der „Bild“ nach: „Meine Vertrags-Verlängerung liegt überhaupt nicht auf Eis. Im Gegenteil: Ich bin sehr optimistisch, dass wir sie diese Woche noch offiziell verkünden können.“ Und erhöhte gleich nochmal den Druck auf den Verhandlungspartner, wie es schon im vergangenen Winter manchem im Verein durchaus sauer aufgestoßen sein soll. „Ich sage es in aller Deutlichkeit: Ich hätte null Verständnis dafür, wenn irgendjemand am Trainerteam zweifeln sollte oder sogar etwas verändern will.“

Im Ergebnis wird dann wohl jetzt relativ schnell eine Vertragsverlängerung bis 2021 beschlossen, obwohl Fortuna derzeit mit zwölf Punkten auf einem direkten Abstiegsplatz rangiert. Eine neue Posse kann sich niemand leisten, sie ließe sich schlicht nicht verkaufen. Und wo jetzt der Pflock schon eingeschlagen ist, könnte es schnell gehen: Funkel und seine Trainerkollegen Axel Bellinghausen und Thomas Kleine haben sich Ansehen und Glaubwürdigkeit erarbeitet, der Umschwung wird ihnen vom Großteil der Fans zugetraut. Und: Vermutlich ließe sich mit einer jetzt schnellen Verlängerung vor dem wichtigen Spiel gegen Union Berlin am Sonntag (15.30 Uhr) sogar noch die Motivation im Verein erhöhen – der Draht zwischen Trainer und Team soll nach wie vor eng sein. Ein großes Risiko geht der Club wohlgemerkt nicht ein: Funkel, heißt es, werde ohnehin nur einen Vertrag unterschreibe, der allein für die Bundesliga gültig ist. Der 66-Jährige ist seit März 2016 Trainer der Rheinländer.

Peter Frymuth im Aufsichtsrat

Einer, der Funkel künftig noch ein wenig mehr Rückendeckung geben könnte, ist der amtierende DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. Am Donnerstag wurde öffentlich, dass Frymuth ab sofort einen Platz im Aufsichtsrat der Fortuna bekommen wird. Der langjährige Clubchef der Fortunen (2004 bis 2014) tritt die Nachfolge des Düsseldorfer Juristen Christian Veith an, der im November von seinem Amt zurückgetreten war.

Frymuth ist zudem Ehrenmitglied des Clubs. „Er kennt unseren Verein bestens und ist durch die langjährige Tätigkeit für die Fortuna auch im gesamten deutschen Fußball anerkannt und vernetzt“, sagte der Wahlausschussvorsitzende Thomas Bollien. „In Düsseldorf genießt Peter Frymuth hohes Ansehen.“ Unter Frymuth gelang dereinst der Aufstieg von der dritten in die erste Liga samt Entschuldung des Vereins.