Fortuna Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf: Tops und Flops einer spannenden Hinrunde

Fortuna Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf: Tops und Flops einer spannenden Hinrunde

Fortuna ist Erster und sogenannter „Wintermeister“. Es gab in den zurückliegenden 18 Spielen natürlich viele erfreuliche Dinge, aber auch einige Negative.

Die Profis und das Trainerteam der Fortuna befinden sich im wohl verdienten Kurzurlaub. Gerade mal zwei Wochen ist trainingsfrei, bevor es am 2. Januar schon wieder losgeht. So hat niemand großartig Zeit, um noch einmal die vergangenen 18 Spieltage Revue passieren zu lassen.

Als Tabellenführer ins neue Jahr zu gehen, ist Balsam für das zuletzt etwas angeknackste Selbstvertrauen. „Man sieht, wir können es noch“, sagte Kaan Ayhan nach dem 1:0-Erfolg in Braunschweig. Mit der Rolle des Gejagten ist die Fortuna im Saisonverlauf gut zurechtgekommen, bis dann die Sieglos-Serie einsetzte. „Wir gehen mit breiter Brust ins Neue Jahr“, versicherte jedenfalls Kapitän Oliver Fink.

So schlecht ist die Platzierung in der Heimtabelle der 2. Bundesliga zwar nicht, aber die zwei Niederlagen und zwei Unentschieden gegenüber fünf Siegen zeigen, dass die Heimspiele keine Selbstläufer sind und sich die Fortuna auch in Spielen, die noch gewonnen wurden wie gegen Berlin oder Duisburg nicht gerade als Heimmacht darstellten. Wenn die Mannschaft von Friedhelm Funkel das Spiel machen muss, tut sie sich weiterhin schwer.

Auch in der Auswärtstabelle ist Fortuna Dritter — wie daheim ebenfalls mit 17 Punkten aus neun Spielen. Das ist ein Topwert und zeigt, wie gut sich die Mannschaft auf fremden Plätzen präsentiert, wenn sie ihre Stärken im Umschaltspiel zeigen kann.

Nach dem guten Start und Toren nach Ecken und Freistößen (insgesamt acht) war zuletzt nur noch wenig von dieser Stärke zu sehen. Nun verpuffen eine Vielzahl von Freistößen, weil sie zu kurz oder ungenau geschlagen wurden. Einstudierte Varianten fehlen zurzeit auch völlig.

Lange hat Fortuna nach einem Sturmduo gesucht, das sich so gut versteht wie Rouwen Hennings und Benito Raman. Viele Treffer gehen auf das Konto der beiden Stürmer, die für insgesamt elf der 27 Tore direkt verantwortlich waren, sowie insgesamt sieben vorbereitet haben.

Sie sind selten geworden — die Tore nach Flanken und Weitschüssen. Wenn ein Flügelspieler nur vier Flanken pro Spiel schlägt, ist das ein magerer Wert. Und es gibt in der Mannschaft Spieler, die eine Flanke in einem Pflichtspiel nur ganz selten an den Mann bringen können.

Mannschaften ohne Stinkstiefel sind nicht erfolgreich, hieß es irgendwann einmal — selbst bei der Fortuna. Auf die aktuelle Mannschaft trifft das anscheinend nicht zu. Alle neuen Spieler passen charakterlich zum Rest des Teams. Neid und Missgunst gibt es offensichtlich nicht. „Ich bin sensationell gut aufgenommen worden“, hatte Torhüter Raphael Wolf erklärt. Dadurch, dass Friedhelm Funkel das Rotationsprinzip sehr geschickt verwendet, kommt jeder zu seinen Spielanteilen.

Stell dir vor, du bist Tabellenführer und das Stadion ist noch nicht mal halbvoll. In Düsseldorf ist das Vertrauen in die Fortuna immer noch nicht wieder da. Die sogenannten Eventfans waren nur gegen Gladbach dabei. Für die gezeigten Leistungen hätte die Mannschaft mehr verdient.

Die Stimmung im Stadion und bei den Auswärtsspielen ist prächtig. Das hängt also nicht allein von der Zahl der Anhänger ab. Großartig, wie die Fans auch zu den unmöglichsten Anstoßzeiten vor Ort sind.

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