Abschied nach 22 Jahren Wie Fortunas Stadion-DJ „Opa“ Haefs vergoldet wurde

Düsseldorf · Der langjährige Stadion-DJ Marcus „Opa“ Haefs wurde am Sonntag verabschiedet.

 Klaus Allofs, Arnd Hovemann und Alexander Jobst (die Vorstandsmitglieder von rechts) überreichen „Opa“ Haefs (2. v. li.) die Goldene Schallplatte.

Klaus Allofs, Arnd Hovemann und Alexander Jobst (die Vorstandsmitglieder von rechts) überreichen „Opa“ Haefs (2. v. li.) die Goldene Schallplatte.

Foto: Moritz Mueller

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war er dafür zuständig, dass andere richtig in den Fokus gerückt wurden. Durch seine Musik, die mal Untermalung, mal Bekräftigung und mal auch ganz bewusst Kontrapunkt sein sollte. Am vergangenen Sonntag stand endlich einmal er selbst im Mittelpunkt und durfte den hochverdienten Beifall für seine langjährige engagierte Arbeit für Fortuna ernten: Stadion-DJ Marcus „Opa“ Haefs.

Es war noch nicht einmal sein wirklich letztes Spiel im so lange so heiß geliebten Nebenjob, dieses 3:2 gegen den 1. FC Magdeburg. Denn natürlich wird Haefs auch am Montag nächster Woche beim Relegations-Rückspiel gegen den VfL Bochum (20.30 Uhr) die Musik in der Arena auflegen. Den großen Bahnhof zu seinem Abschied bekam er aber jetzt schon; zu Recht, wäre die Ehrung doch in der besonderen und sicher auch angespannten Atmosphäre eines Entscheidungsspiels etwas untergegangen.

Und so wurde die Laufbahn des 54-Jährigen schon vorzeitig vergoldet. Beinahe sogar buchstäblich, denn der komplette Fortuna-Vorstand mit dem Vorsitzenden Alexander Jobst, Sportvorstand Klaus Allofs und Finanzchef Arnd Hovemann war aufmarschiert, um Haefs symbolisch eine Goldene Schallplatte für das aktuell bei den Fans sehr angesagte „Die einzig wahren Farben“ zu überreichen. Einen Song, den „Opa“ vor Jahren mit seiner damaligen Band „Die 95er“ eingespielt hatte.

Der scheidende DJ bedankte sich mit einer tiefen Verbeugung, wie man es von Musikern am Ende ihrer Konzerte kennt – eine absolut stilsichere Geste. So wie er auch in den 22 Jahren seines Wirkens einen ganz eigenen Stil geprägt hat. Einen Stil, der nicht immer jedermanns Sache war, was er aber auch ausdrücklich nie angestrebt hat.

Fortuna hatte mit Haefs und seiner Musik ein Alleinstellungsmerkmal. In Düsseldorf liefen auch schon mal aktuelle Hits – aber nur dann, wenn sie ins Gesamtkonzept passten. Und eben nicht Helene Fischer oder Massenware vom Ballermann. Man darf sehr gespannt sein, ob es dem Verein gelingt, auch unter einem Nachfolger nicht im allgemeinen, beliebigen Klangbrei unterzugehen.

Diesmal, so versicherte der Stadion-DJ bereits in einem früheren Gespräch, werde es übrigens keinen Rücktritt vom Rücktritt geben, wie es vor ein paar Jahren mal der Fall war. „Weil ich eben auch merke, dass sich das Publikum ändert“, erklärte er.

„Es kommt auch mehr und härtere Kritik an meiner Musikauswahl. Damit kann ich umgehen, aber ich stelle mir schon die Frage: Muss ich mir das alles wirklich noch reinziehen?“ Muss er nicht. Dafür kann er künftig ganz entspannt die Spiele „seiner“ Fortuna genießen.

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