Hinrunden-Zeugnis für Fortunas U23, dritter Teil Tom Geerkens führt mit absolutem Willen

Serie | Düsseldorf · Dritter Teil der Hinrundenbilanz der U23. Der Kapitän wuchs in die Rolle des Führungsspielers hinein.

U23-Kapitän Tom Geerkens im Training bei den Profis.

U23-Kapitän Tom Geerkens im Training bei den Profis.

Foto: Frederic Scheidemann

Vom Mittelfeld-Triumvirat der vergangenen Saison ist nur noch ein Mitglied übriggeblieben. Während Oliver Fink seine Karriere beendet hat und Can Özkan zur U23 von Borussia Dortmund gewechselt ist, steht allein Tom Geerkens noch bei Fortunas Regionalliga-Fußballern unter Vertrag. An seiner Seite laufen nun neue Akteure auf – und vor ihm jemand, der in seinem zweiten Jahr aufblüht. Die Mittelfeldspieler in der Einzelkritik.

Robin Bird (17 Spiele/2 Tore) Kam zwar in fast allen Partien zum Einsatz, schaffte es aber nicht, sich in der ersten Elf festzuspielen. Zehn Mal nur als Joker auf dem Platz. Benötigte fast die gesamte erste Hälfte der Hinrunde, um sich in Form zu bringen. Erstes gutes Spiel in Kaan-Marienborn (3:1), anschließend wieder mit Problemen. Stark auch in Wattenscheid (2:3). Mit seinem Tempo dort ein ständiger Unruheherd. Unter dem Strich aber zu wechselhafte Leistungen.

Luis-Felipe Monteiro (18/0) Der Inbegriff eines Einwechselspielers. Immer für den Kader nominiert und lediglich ein Mal ohne Einsatz, allerdings auch nur in zwei Partien in der Anfangsformation. Der Sommerzugang erwies sich bislang nicht als nennenswerte Verstärkung.

Tom Geerkens (12/0) Übernahm zu Saisonbeginn das Kapitänsamt, wuchs in die Rolle des Führungsspielers auf und neben dem Platz hinein – ein Prozess, der gleichwohl noch nicht beendet ist. Ging im Mittelfeldzentrum immer leidenschaftlich voran, scheute keinen Zweikampf. Mit erkennbaren Schwächen allerdings, als er vorübergehend als Rechtsverteidiger aushelfen musste. Einen Großteil der bisherigen Saison trainierte er mit den Profis, brachte es sogar auf zwei Kurzeinsätze in der Zweiten Liga. Wichtiger Stabilisator gegen Fortuna Köln (4:1). Verkörperte jenen absoluten Willen, den einige Teamkameraden häufig vermissen ließen.

Maximilian Adamski (13/0) Absolvierte knapp zwei Drittel aller Spiele, fand aus diversen Gründen aber nie einen festen Platz im Team. Fiel gegen Düren (2:0) und Fortuna Köln verletzt aus. Gut gegen Aachen (1:1) und im Hinspiel gegen Bocholt (2:1), als er im zentralen Mittelfeld auflief. Ballsicher und lösungsorientiert. Einige Male auch als linker Außenverteidiger benötigt.

Soufiane El-Faouzi (14/1) Kam vor der Saison aus der U23-Mannschaft des SC Paderborn, fügte sich gut ein. Nach drei Spieltagen schon mit zwei Scorerpunkten. Dribbel- und Zweikampfstark, gutes Bindeglied zwischen Angriff und Verteidigung. Ging im wichtigen Spiel in Kaan-Marienborn voran, riss das Team mit und bereitete zwei der drei Treffer vor. Auch bei Fortuna Köln mit einem Assist. Hoffnungsvolles Talent mit viel Potenzial.

 Justin Seven (17/3) Entwickelte sich zunächst als einziger ehemaliger U19-Akteur zum Stammspieler. Ein Tor und eine Vorlage beim 2:1-Sieg in Bocholt, traf außerdem gegen Schalke und Kaan-Marienborn. Brachte die nötige Physis und Widerstandsfähigkeit mit, um in der Regionalliga zu bestehen. Zeitweise haperte es jedoch an der Umsetzung seiner fußballerischen Ideen. Trotzdem: Sechs Scorerpunkte nach etwas mehr als der Hälfte der Saison sind in Ordnung.

Maxim Schröder (6/3) Ein potenzieller Ausnahmespieler, wenn sein Körper nicht so häufig streiken würde. Fantastische Technik, bärenstarke Standards und eiskalt im Abschluss. Dazu mit Spielwitz und der nötigen Lockerheit gesegnet. Absolvierte jedoch nur sechs Partien, weil er sich direkt im ersten Spiel der Saison verletzte, länger ausfiel und das Jahr nach einer weiteren schweren Verletzung bei Fortuna Köln gelaufen war. Trug einen Löwenanteil zu den gelungenen Partien in Kaan-Marienborn, Düren und Köln bei. Wird in der Restrückrunde ein entscheidender Faktor, wenn er verletzungsfrei bleibt.

Nicolas Hirschberger (16/1) Als einer der wenigen Akteure schon in der vergangenen Rückrunde mit aufsteigender Formkurve. Setzte den persönlichen Aufwärtstrend auch in der zweiten Jahreshälfte fort. Strippenzieher im offensiven Mittelfeld. Dort viel stärker als auf den Flügeln, auf die er zeitweise ausweichen musste. Feine Technik, gutes Auge für die Mitspieler. Zuletzt insgesamt so stark wie nie im Trikot der „Zwoten“. Fehlte nur drei Mal, als ihn ein Muskelfaserriss stoppte. Im Torabschluss besteht allerdings Verbesserungsbedarf. Erzielte bislang lediglich einen Treffer. Dennoch ein wichtiges Element im Offensivspiel.

Kevin Brechmann (18/3) Verletzungsfrei durch die erste Saisonhälfte gekommen, spielerisch und technisch definitiv auf Regionalliga-Niveau. Wies zudem ungeahnte Polyvalenz nach. Kam nicht nur auf seinen gewohnten Positionen auf der linken offensiven Außenbahn und im offensiven Mittelfeld zum Einsatz, sondern phasenweise auch als Linksverteidiger oder rechter Flügelspieler einer Fünferkette. Bei aller positiven Entwicklung aber mit einem riesigen Defizit im Torabschluss. Vergab viele Hochkaräter, besonders gegen Lippstadt (3:1), als er zudem noch vom Elfmeterpunkt scheiterte, und in Wattenscheid. Lange nicht auf dem Zenit seiner Möglichkeiten.

Luca Thissen (1/0) Absolvierte bislang genau eine Minute, und zwar beim 2:1 in Bocholt. Fiel anschließend mit einem Mittelfußbruch aus. Schaffte es im Rückspiel gegen die Münsterländer immerhin wieder in den Kader.