Fortuna Düsseldorf: Sieglos gegen die direkte Konkurrenz

Nur ein Punkt aus sieben Duellen : Fortuna verteilt Geschenke an die Tabellennachbarn

Die Fortuna hat noch kein Spiel gegen die direkte Konkurrenz aus dem Tabellenkeller gewonnen. Das muss sich nun ändern. Zwei Chancen gibt es bis Weihnachten noch.

Natürlich gibt es weder einen falschen Zeitpunkt noch einen falschen Ort für Punktgewinne. Jeder Zähler ist willkommen, erst recht bei einem Abstiegskandidaten wie Fortuna Düsseldorf. Ob fein herausgespielt oder fies ermauert, ob in Stuttgart oder München — da macht die Tabelle der Fußball-Bundesliga keinen Unterschied. Und dennoch wäre es für die Fortuna von existenzieller Bedeutung, endlich mal einen Gegner aus derselben Tabellenregion zu schlagen. Weil es das in dieser Saison noch gar nicht gab. Und weil das gleichzeitig bedeuten würde, dass eben jener Gegner dann nicht auch punkten kann.

Die letzten Tage des Fußballjahres 2018 halten für die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel gleich zwei Spiele bereit gegen das, was gemeinhin als „direkte Konkurrenz“ bezeichnet wird. Also Mannschaften, für die es ebenfalls um nichts anderes als einen Startplatz in der kommenden Bundesliga-Saison geht. Der erste heißt SC Freiburg und kommt nächsten Samstag in die Arena, der zweite heißt Hannover 96 und wartet eine Woche später in Niedersachsen auf die Fortuna. Und weil der Gegner in der englischen Woche dazwischen Borussia Dortmund heißt und sich derzeit als beste Mannschaft Deutschlands fühlen darf, sind die Düsseldorfer gegen Freiburg und in Hannover zum Siegen verdammt.

Denn selbst wenn das gelingt, hätten sie gerade mal 15 Punkte in der kompletten Hinrunde gesammelt. Es gab Mannschaften, die sind mit deutlich mehr abgestiegen. Unter anderem die Fortuna selbst.

2012/13 war das, als sie in der ersten Saisonhälfte starke 21 Zähler geholt hatte, nach einer katastrophalen Rückserie mit nur neun Zählern aber dennoch abstieg. Was auch bedeutet: Gehen die Düsseldorfer nun bis Weihnachten leer aus, hätten sie genau wieder diese neun Punkte, dann könnte es selbst mit einer richtig guten Rückrunde eng werden.

Nur ein Punkt aus sieben Spielen gegen die anderen Kellerkinder

Dass die Fortuna auf dem letzten Platz steht, liegt vor allem an den Duellen mit der direkten Konkurrenz. Der Aufsteiger bekam nicht etwa Geschenke von den Nachbarn zum Einzug in die neue Liga, er verteilte selbst welche. Und das an jeden, der eins halben wollte. Lediglich gegen Stuttgart (0:0) gab es einen Punkt, ansonsten gingen die Düsseldorfer gegen sämtliche Teams mit Kontakt zur Abstiegszone leer aus: Augsburg (1:2), Leverkusen (1:2), Nürnberg (0:3), Schalke (0:2), Wolfsburg (0:3), Mainz (0:1). Gegen ihre sieben schwächsten Gegner erzielte die Fortuna sogar nur zwei Tore. Und was erschwerend hinzukommt: Bis auf Stuttgart und Nürnberg waren das alles Heimspiele.

Aber vielleicht findet sich genau dort das Problem, denn die Fortuna tut sich schwer, das Spiel zu machen. Viel lieber mag sie es, aus einer kompakten Defensive heraus zu kontern. Das brachte Punkte gegen vier Europapokalkandidaten: Leipzig (1:1), Hoffenheim (2:1), Hertha (4:1), Bayern (3:3). Allesamt Mannschaften, gegen die die wenigsten Erfolge erwartet hatten. Heißt das also, nächste Woche Dienstag daheim gegen Dortmund ist wieder etwas drin? Theoretisch sicher, aber darauf sollte sich niemand verlassen. Freiburg und Hannover sind wichtiger. Auch wenn jeder Punkt gleich viel wert ist.

Mehr von Westdeutsche Zeitung