Fortuna Düsseldorf rutscht auf Platz zehn vor

Fußball-Bundesliga : Fortuna hat keine Angst vor großen Tieren

Die Mannschaft des Aufsteigers macht mit dem verdienten Sieg und der starken Leistung in Berlin Appetit auf das besondere Spiel gegen die Bayern.

Die Anstrengung war den Spielern von Fortuna Düsseldorf nach den 90 Minuten in Berlin deutlich anzumerken, obwohl der 2:1-Sieg teilweise erstaunlich leichtfüßig herausgespielt worden war. „Wir müssen schon alles investieren“, sagte Matthias Zimmermann. „Es hätten sich wohl gerne noch drei oder vier Spieler mehr gerne auswechseln lassen wollen.“ Doch das war dann in der Freude über den Sieg letztlich egal. Aber der Jubel fiel nicht so überschwänglich aus, was der Sprung unter die Top Ten der Bundesliga vielleicht hätte erwarten lassen. „Wir sind noch nicht fertig und haben ja noch sechs Spiele, die wir genießen wollen“, sagte der Verteidiger der Fortuna weiter.

Es hat sich in der Mannschaft eine gewisse Selbstverständlichkeit im Spiel der Fortuna entwickelt, die eigentlich mit größeren Personalsorgen nach Berlin gereist war. Denn Dawid Kownacki war nicht dabei, nachdem er am Donnerstag Vater geworden war. Auch Kaan Ayhan war nicht mehr rechtzeitig fit geworden. Dennoch sah die Mannschaft nicht wie das letzte Aufgebot aus. „Es können im Normalfall nicht alle spielen, die fit sind. Diesmal war es so, dass alle gesunden und spielbereiten Profis in Berlin im Kader waren“, erklärte Friedhelm Funkel, der froh ist, dass alle Probleme — auch die der Spieler, die öfter nur Reservisten sind — innerhalb des Teams geregelt werden können. Das sei die große Qualität dieser Mannschaft.

Trainer und Spieler wollen in den restlichen Spielen noch den einen oder anderen Punkt holen. Rechnerisch sind es noch zwei, bis auch die Relegation kein Thema mehr ist. Sollte es nächste Woche schon klappen, müsste dazu Stuttgart verlieren, oder die Fortuna die Bayern schlagen. „Auch gegen die Bayern haben wir beim 3:3 bereits gezeigt, dass wir ihnen Probleme bereiten können“, sagte Zimmermann.

Irgendwelche Rechenspiele interessieren Fortuna nicht mehr

„Natürlich wird es nächste Woche schwer. Aber wir spielen erst einmal und schauen dann weiter.“, sagt der Trainer, der sich freut, dass seine Spieler den Anhängern etwas zurückgeben können. „Unsere Fans haben uns immer fantastisch unterstützt, vor allem als wir nach einer Serie von sechs Niederlagen schlecht dastanden.“ Die nächsten drei Heimspiele werden auch ausverkauft sein.

So unwahrscheinlich, wie es sich vor dem Hinspiel gegen den Rekordmeister angehört hatte, dort etwas Zählbares zu holen, erscheint es auch nun vor dem Rückspiel — wenn man auf die Tabelle und die Leistungen der Bayern gegen Dortmund schaut. „Aber jedes Spiel läuft anders, da kann viel passieren“, meint Funkel, der sich einfach freut, dass man das Ganze aus einer komfortablen Situation angehen kann. „Ich kann es kaum glauben, wenn ich auf die Tabelle schaue, dass wir 37 Punkte haben“, sagt der 65-Jährige, der wie Fortuna nicht mehr auf irgendwelche Rechenspiele angewiesen ist. Funkel: „Wir haben erneut einen wichtigen Schritt gemacht.“

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