Fortuna Düsseldorf: Röslers zarter Flirt mit Gladbach

Düsseldorf vs. Gladbach : Röslers zarter Flirt mit Gladbach

Fortuna Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler wäre fast selbst einmal als Spieler bei den Fohlen gelandet. Mit „Landsmann“ Marco Rose verbindet ihn so einiges.

Respekt vor Borussia Mönchengladbach hat Uwe Rösler. Druck oder gar Angst verspürt der 51-Jährige indes nicht vor dem Derby am Samstag. Und das hat einen Grund: Der neue Trainer von Fortuna Düsseldorf ist in der Liga zwar noch ohne Sieg, aber in den zwei Spielen blieb seine Mannschaft ungeschlagen. Dass es nur zwei Punkte wurden, bedeutet für Rösler, dass seine Mannschaft nun gegen den Rivalen am Niederrhein nachlegen und dem Favoriten mindestens einen Punkt abnehmen will.

„In einem Derby können die Spieler fünf bis zehn Prozent mehr an Leistung aus sich herauszukitzeln“, sagt Rösler, der sich auch auf ein volles Stadion freut. „Wenn wir schon gegen die starken Mannschaften aus Frankfurt und Wolfsburg mehr als mithalten konnten, werden wir das auch gegen Gladbach schaffen“, sagt Rösler. „Wir werden jedenfalls für unser Leben spielen.“

Fortunas Trainer zählt Gladbach zu den Großen der Liga und will unbedingt gegen eine solche Mannschaft ein Ausrufezeichen setzen. So wie es vor einem Jahr gelungen ist, als die Fortuna beim 3:1-Erfolg nach 20 Minuten bereits mit 3:0 vorne gelegen hatte.

Rösler: „Das Angebot hat mir nicht zugesagt“

Uwe Rösler wäre nach Öffnung der Mauer 1990 fast selbst am Bökelberg gelandet. Mit Dirk Schuster sollte er auf Drängen von Trainer Gerd vom Bruch nach Gladbach kommen. „Ja, ich habe mit Gladbach verhandelt“, sagt Rösler. „Aber das Angebot von Manager Helmut Grashoff hat mir nicht zugesagt.“ Er ging dann zu Dynamo Dresden, und auch Dirk Schuster landete nicht am Niederrhein, ging nach Braunschweig.

Mit Gladbachs Trainer Marco Rose hat Rösler eine Verbindung. Sie haben beide für Lokomotive Leipzig gespielt, der acht Jahre ältere Trainer der Fortuna ein paar Jahre früher (1981-88). „Wir haben auch noch einen guten gemeinsamen Freund in Leipzig“, sagt Rösler. „Marco hat in Gladbach eine große Flexibilität in die Mannschaft gebracht“, lobt Fortunas Cheftrainer seinen Kollegen. „Aber wir haben eine Idee, wie der Gegner spielen wird und wir ihm begegnen können. In erster Linie wollen wir auch unser Spiel durchziehen.“

Thurams ersten Tore für Gladbach beim 2:1-Heimsieg

Das hat im Hinspiel Marcus Thuram gemcht – mit zwei Treffen zum 2:1-Erfolg. Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr für Thuram: Er schnappte sich die Eckfahne, streifte sein Trikot über und lief, begleitet von Jubelstürmen, glückstrahlend über den Rasen des Borussia-Parks. Es war Ende September vorigen Jahres, als der 22-jährige Franzose seine erste „Sternstunde“ im Dress von Borussia Mönchengladbach erlebte. Der im Sommer 2019 aus Guingamp verpflichtete neue Stürmer der Fohlen Elf war im Niederrhein-Derby der Held des Tages. Nach der schweren Europapokal-Schlappe gegen Wolfsberg (0:4) unter der Woche war dieser hart erkämpfte Sieg Balsam für die Borussen-Seele. In einer packenden zweiten Hälfte hatte Marcus Thuram nach 0:1-Rückstand mit seinen beiden Treffern die Weichen auf Sieg gestellt. „Wir waren damals noch in der Findungsphase, das waren sehr wichtige Punkte für uns“, sagte Gladbachs Cheftrainer Marco Rose.

Nach seinen beiden ersten Toren für Borussia Mönchengladbach hofft Marcus Thuram morgen Abend auf den nächsten großen Auftritt. Auf sechs Treffer hat es der dynamische Stürmer bis dato gebracht, fünf weitere Mal gab er die entscheidende Vorlage. Zahlen, die für sich sprechen und den Stellenwert Thurams im Gladbach-Ensemble unterstreichen. Dass Thuram momentan ein bisschen das Glück fehlt, vielleicht auch die Frische – seit sieben Spieltagen hat er nicht mehr getroffen – bereitet Trainer Rose keine Sorgen: „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung. Bei Marcus ist aber auch noch viel Luft nach oben, und wir alle werden ihn dabei unterstützen, dass er wieder anfängt, Tore zu schießen.“

Ex-Fortune Neuhaus: „Das wird wieder etwas Besonderes sein“

Für Mittelfeldspieler Florian Neuhaus ist es die zweite Rückkehr in die Landeshauptstadt nach seinem einjährigen Gastspiel (Leihe) bei der Fortuna (Saison 17/18). „Das wird auch diesmal wieder für mich etwas Besonderes sein. Ich hatte bei der Fortuna eine sehr schöne Zeit“, sagte er im Vorfeld des 50. Bundesliga-Duells beider Mannschaften, „aber jetzt bin ich in Gladbach, bei Borussia. Nur das zählt. Klar, dass wir bei Fortuna einen Sieg anvisieren. Wir wollen mutig und offensiv auftreten.“ Neuhaus wird morgen Abend zur Anfangs-Elf gehören, wie Rose angekündigt hat. Rose: „In Florian schlummert viel Potential.“ Alassane Plea ist gesperrt (gelb-rote Karte), Christoph Kramer hat seine leichte Gehirnerschütterung überstanden und im Training sogar wieder Kopfballtore gemacht. Ein gutes Zeichen für eine Nominierung von Beginn an.