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Fortuna Düsseldorf: Pfannenstiel ist der nächste Personalwechsel

Fortuna Düsseldorf : Sportvorstand Pfannenstiel geht: Der Nächste, bitte

Die Zeit der personellen Wechsel bei der Fortuna geht weiter. Nun verabschiedet sich Sportvorstand Lutz Pfannenstiel.

Langweilig wird es bei Fortuna Düsseldorf ja ohnehin nie. Aktuell ist eher mal wieder das absolute Gegenteil der Fall. Denn der Verein kommt nicht zur Ruhe. Am Dienstagabend wurde bekannt, dass der Sportvorstand den Fußball-Bundesligisten zum Ende der laufenden Saison verlässt. „Lutz Pfannenstiel ist auf den Aufsichtsrat zugekommen und hat aus privaten Gründen um ein vorzeitiges Vertragsende gebeten. Seinen Entschluss haben wir zu respektieren. Wir bedauern jedoch die Entscheidung, da wir mit seiner Arbeit zufrieden sind und auch in Zukunft auf sein Engagement gesetzt hätten“, sagt Björn Borgerding, Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Böse Zungen könnten inzwischen behaupten, bei der Fortuna gäbe es ähnlich viele personelle Wechsel abseits des Rasens wie innerhalb des Kaders. Ganz so extrem ist es gewiss nicht, doch die Zeiten der Neu- und Umbesetzungen im Klub gehen munter weiter. Eine kleine Zeitreise: Im Dezember 2018 verpflichtet der Bundesligist Pfannenstiel als Sportvorstand. Inmitten der stärksten Bundesliga-Rückrunde seit Jahrzehnten trennt sich der Klub im April 2019 vom Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer und präsentiert Thomas Röttgermann als dessen Nachfolger. Dieser gerät im September 2019 in die Kritik, unter anderem, weil er eine Nebentätigkeit in Form einer App-Entwicklung dem Aufsichtsrat verschwieg. Doch Röttgermann blieb. Anfang Januar gab Reinhold Ernst sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates ab, Ende des Monats entließ die Fortuna Trainer Friedhelm Funkel — auch auf Drängen von Pfannenstiel. Nun bricht der 46-Jährige zum 31. Mai seine Zelte in Düsseldorf selbst ab, offenbar aus privaten Gründen.

Scouting-Direktor Uwe Klein beerbt Pfannenstiel zum 1. Juni

Spekulationen, nach denen sein Abschied mit der Demission Funkels oder den zum Großteil wenig erfolgreichen Transferaktivitäten zusammen hängt, entbehren nach Informationen dieser Zeitung einer Grundlage. Laut „Kicker“ soll sich Pfannenstiels Frau Amalia in Düsseldorf nicht (mehr) wohlfühlen. „Ich bitte darum, von weiteren Nachfragen zur privaten Situation abzusehen“, wird Pfannenstiel in einer Vereinsmiteilung zitiert. „Die Entscheidung, die mich seit einiger Zeit beschäftigt, ist mir sehr schwer gefallen. Mir ist es sehr wichtig, einen sauberen Übergang zu gewährleisten und die Fortuna nicht im Stich zu lassen. Daher werde ich bis zum Ende der Saison weiter alles für die Fortuna geben.“

Angesichts von fünf Punkten Rückstand auf Tabellenplatz 15 stellt sich die Frage, ob das neueste Kapitel der personellen Rochaden und Veränderungen negativen Einfluss auf die Arbeit der Mannschaft und Trainer Uwe Rösler haben wird. Das große Ziel bis Mai ist und bleibt der Klassenerhalt — laut eigener Aussage auch für Pfannenstiel. Ein bisschen mehr und länger anhaltende Ruhe in den kommenden, wichtigen Wochen und Monaten dürfte der Mission aller Beteiligten aber sicherlich nicht abträglich sein.

Klar ist zumindest, wer auf Pfannenstiel folgt. Uwe Klein, bisheriger Direktor Scouting und Kaderplanung, wird vom Aufsichtsrat zum 1. Juni als neuer Sportvorstand bestellt. „Um bei der Kaderplanung für die kommende Saison einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wird Uwe Klein ab sofort noch intensiver in alle sportlichen Entscheidungen einbezogen, um alle Zukunftspläne maßgeblich mitzuentscheiden“, erklärt Borgerding.

Doch wie sinnvoll ist es, dass der scheidende Pfannenstiel, um den es Gerüchte über einen Wechsel in die Türkei (Besiktas Istanbul?) gibt und der einer neuerlichen Tätigkeit im Ausland gegenüber nicht abgeneigt sein dürfte, dabei noch mit involviert ist? Wird er interessante Profis noch an den Verein vermitteln, dem er den Rücken kehrt? Fakt ist: Die Fortuna muss mit Blick auf die Ligazugehörigkeit 2020/21 zweigleisig planen. Mit Uwe Klein als demjenigen, der den Daumen hebt oder senkt. Der 50-Jährige betonte jedoch am Mittwoch, dass Pfannenstiel in diesen Dingen nach wie erster Ansprechpartner ist und bis zu seinem Ausscheiden auch bleibt.