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Fortuna Düsseldorf: Matthias Zimmermann sieht sich selbst in Leonardo Koutris

Fortunas Rechtsverteidiger : Matthias Zimmermann sieht sich selbst in Leonardo Koutris

Fortunas kämpferisches Vorbild ist sicher: „Die Mannschaft wächst, wir sind auf einem guten Weg“.

Matthias Zimmermann ist blendend gelaunt. So wie eigentlich immer, wenn man Fortunas Außenverteidiger trifft, auch wenn es aktuell nur per Videokonferenz möglich ist. Da bewundert „Zimbo“ die Schalsammlung des einen Redakteurs, fordert den zweiten auf, doch endlich mal seine Kamera einzuschalten und fragt den dritten augenzwinkernd, ob er keine Wohnung habe – da dieser das Videogespräch vom Auto aus bestreitet. Zimmermanns Fröhlichkeit und sein Optimismus sind ansteckend – und gerade deshalb hört man ihm besonders gut zu, wenn er mit einem wichtigen Anliegen herausrückt.

In diesem Fall geht es dem Mann mit dem großen Kämpferherz vor allem um seine Einschätzung des aktuellen Kaders. „Natürlich sind wir mit unserem Punktestand nicht zufrieden“, betont Zimmermann. „Aber die Mannschaft wächst, wir sind auf einem guten Weg. Man muss einfach berücksichtigen, dass es eine komische Vorbereitung war. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so wenige Vorbereitungsspiele und zugleich so viele, in denen ich aus Personalmangel durchspielen musste.“

Es sei ein schwieriger Prozess gerade für Fortuna, den man der Mannschaft zugestehen müsse. Doch „Zimbo“ ist sehr zuversichtlich, dass am Ende des Prozesses ein gutes Ergebnis steht. Ein Beispiel ist für ihn Leonardo Koutris, der von Olympiakos Piräus nach Düsseldorf kam. Der Verein wusste, dass Geduld mit ihm erforderlich war, da der griechische Nationalspieler gerade erst von einem Kreuzbandriss genesen war. Jetzt freilich trainiert der 25-Jährige voll mit, und Zimmermann erwartet eine Menge von dem Linksverteidiger.

„Leonardo ist ein Klassejunge“, lobt er. „Ich sehe mich selbst in ihm, in der Zeit, als ich von meinem Kreuzbandriss zurückkam. Im Kraftraum arbeitet er genauso besessen daran, wieder richtig fit zu werden, wie ich das getan habe.“ Zimmermann hat auch ein persönliches Interesse daran, dass Koutris sehr bald in seiner Stammrolle in der Zweiten Liga eingesetzt werden kann. „Ich jedenfalls werde nicht mehr auf dieser Position spielen“, versichert der 28-Jährige lachend. „Meine sieben Minuten auf der linken Seite in Hannover haben echt Riesenspaß gemacht.“ Zur Erinnerung: In diesen nicht einmal ganz sieben Minuten hatte ihm Schiedsrichter Bastian Dankert – zu Unrecht – Gelb und Gelb-Rot gezeigt.

Über die Zwangspause ist der Verteidiger nicht unglücklich

Im Nachhinein ist Zimmermann über die Zwangspause, die sich fast nahtlos an die vorangegangene wegen einer Muskelverletzung anschloss, gar nicht so unglücklich. „Es hat mir im Endeffekt ganz gut getan, mental etwas loszulassen“, erklärt der gebürtige Karlsruher. „Nach meiner Knieverletzung hatte ich drei Jahre fast pausenlos durchgespielt. Das war schon eine hohe Belastung, und deshalb fehlten mir am Ende oft ein paar Prozent.“

Die wähnt der Rechtsverteidiger inzwischen zurück, und so sprüht er schon jetzt vor Ehrgeiz mit Blick auf das Sandhausen-Spiel am Samstag nächster Woche. „Unsere Neuen stimmen mich sehr positiv“, betont er. „Kristoffer Peterson kommt immer besser in Schwung, Kelvin Ofori hat Spaß, redet auch schon mal auf Deutsch mit und versteht, wo es lang geht.“ Für Zimmermann ein Zeichen, dass es richtig war, nach dem Abstieg bei Fortuna zu bleiben: „Ich bin ohnehin keiner, der die anderen im sinkenden Boot sitzen lässt und sagt: ,Jetzt macht ihr mal.’ Ich will helfen, wieder raufzukommen.“