Pokalsieg und Europacup-Finale mit F95 Fortuna-Legende Sepp Weikl feiert 70. Geburtstag

Liechtenstein/Düsseldorf · Sepp Weikl wurde Pokalsieger und stand mit dem Klub in einem Europapokalfinale.

Erlebte Fortuna große Zeit hautnah mit: Sepp Weikl.

Erlebte Fortuna große Zeit hautnah mit: Sepp Weikl.

Foto: Horstmueller/HORSTMUELLER GmbH

Sepp Weikl zählt zu den Fußballern der Fortuna, die die erfolgreichste Ära des Düsseldorfer Traditionsklubs prägten. So war er Stammspieler jener Mannschaft, die dreimal hintereinander das Finale um den DFB-Pokal erreichte und dabei den Titel 1979 und 1980 gewann. Im Endspiel des Europacups der Pokalsieger 1979 gegen den FC Barcelona, beim knappen 3:4 nach Verlängerung in Basel, wurde er in der 25. Minute für Dieter Brei nach dessen folgenschwerer Verletzung eingewechselt.

In der Bundesliga bestritt Weikl 303 Spiele (25 Tore). Die Vereinsstatistik der Fortuna weist für ihn insgesamt 420 Pflichtspieleinsätze aus. Damit liegt Weikl auf Platz vier der ewigen Liste hinter Egon Köhnen, Gerd Zewe und Matthes Mauritz. Am Montag steht nun ein besonderer Ehrentag für den Niederbayern an, denn dann feiert Weikl seinen 70. Geburtstag.

Und noch einen weiteren Titel gewann der Mittelfeldspieler mit Fortuna: die deutsche Amateurmeisterschaft 1977. Im ersten Finale gegen den SV Sandhausen siegten die Flingerner 1:0, beim 2:2 im Rückspiel erzielte er ein Tor. „Sepp war charakterlich und menschlich immer ein feiner Kerl, war kaum verletzt, ein Kämpfer, immer nah am Gegenspieler und ließ sich nichts gefallen“, erinnert sich Benno Beiroth, damals Leiter der Amateurabteilung und später Mitglied des Präsidiums. „Auch im Europacupfinale hat er seine Sache hervorragend gemacht.“

Weikl machte es seinen Kontrahenten auf dem Spielfeld schwer, weil er körperlich topfit und laufstark war und im Defensivverhalten konsequent agierte. Dabei war er mit 1,70 Meter ebenso wie Hubert Schmitz und der Däne Flemming Lund ein vergleichsweise kleiner Spieler. „Das war unsere sogenannte Mäusepolizei“, sagt Benno Beiroth über das Trio. „So haben wir es in der Mannschaft gesagt. Aber man durfte sie nicht unterschätzen.“

Weikl, in Bodenmais, einem Kurort im Bayerischen Wald geboren, wechselte 1976 vom SC Zwiesel an den Rhein, jenem Verein, von dem auch die Schalker Torjägerlegende Klaus Fischer stammte. Viermal trug der Düsseldorfer das Trikot der Amateur-Nationalmannschaft. Nach insgesamt zwölf Jahren bei der Fortuna (bis 1988) trainierte er anschließend die Mannschaften der Turu 80, des 1. FC Wülfrath und des DSC 99.

Im Juli 1998 wechselte er als Junioren-Nationaltrainer nach Liechtenstein. Später arbeitete er in dem Land als Co-Trainer des ehemaligen Fortuna-Profis Ralf Loose. Dabei traf die Auswahl Liechtensteins einmal auch auf das Team des DFB.

Zudem war Weikl Ski- und Tennislehrer. Letzteres ist er gelegentlich heute noch. Nach wie vor lebt er mit seiner Liechtensteiner Lebenspartnerin im Fürstentum, wo auch sein Sohn Björn, in Düsseldorf geboren und früher ebenfalls Spieler der Fortuna-Amateure, eine neue Heimat gefunden hat.

In der Hauptstadt Vaduz ist der 46-Jährige als Tennislehrer tätig. Am letzten Januar-Wochenende zieht es die Weikls aber wieder einmal nach Düsseldorf: Dann sehen sich Sepp, sein Bruder Jürgen und Sohn Björn nämlich gemeinsam Fortunas Zweitligaspiel gegen den FC St. Pauli an.

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