Fortuna Düsseldorf kann Dortmund kein zweites Mal ärgern

Fortuna Düsseldorf : Fortuna kann Dortmund kein zweites Mal ärgern

Der Aufsteiger unterliegt dem BVB mit 2:3, Adam Bodzek sah in der Schlussphase die Rote Karte. Doch trotz Unterzahl warf die Fortuna alles in die Waagschale.

Vor fünf Monaten brachte Fortuna Düsseldorf dem damaligen Tabellenführer Borussia Dortmund seine erste Saisonniederlage bei. Am 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga war die Mannschaft von Cheftrainer Friedhelm Funkel ins Westfalenstadion gereist, um die letzten leisen Meisterträume des BVB zu beenden. Das gelang nicht. Trotz ordentlicher Vorstellung unterlag der seit Wochen gerettete Aufsteiger mit 2:3 (0:1).

Für die Fortuna war die Reise zum Tabellenzweiten das letzte große „Bonus-Spiel“ einer außergewöhnlichen Saison, bevor es zum Abschluss am kommenden Samstag in der heimischen Arena gegen Hannover 96 geht. Und das im Laufe der vergangenen Monate immer weiter gestiegene Selbstvertrauen der Rot-Weißen führte in der Anfangsphase zu einem für das Dortmunder Publikum eher ungewohnten Bild auf dem Rasen. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz und ließen das Spielgerät deutlich schneller durch die eigenen Reihen laufen als die Borussia, die im Mittelfeld immer einen Schritt zu langsam agierte.

Dortmunds erste gelungene Aktion endete mit einem Abschluss des nach der Saison zum FC Chelsea wechselnden Christian Pulisic (12.). Der Schuss des US-Amerikaners rauschte aber drei Meter am Tor von Michael Rensing vorbei. Wenig später landete der Ball auf der anderen Seite. Doch dem Treffer von Dodi Lukebakio (20.) verweigerten sowohl Schiedsrichter Tobias Stieler als auch Video-Referee Tobias Welz aufgrund einer Abseitsposition die Anerkennung.

Der BVB gewann im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs mehr Kontrolle über das Geschehen, blieb aber weitgehend ideenlos, während die Fortuna auf Konterchancen lauerte. Spielerische Höhepunkte blieben aus, das Niveau war schwach. Vier Minuten vor der Pause verlor die Düsseldorfer Hintermannschaft Pulisic aus den Augen, der nach Vorarbeit von Thomas Delaney unbedrängt per Kopf traf.

Turbulente Viertelstunde nach dem Seitenwechsel

Durchgang zwei begann aus Fortuna-Sicht perfekt – unter Mithilfe von BVB-Torhüter Marwin Hitz. Der Schweizer ließ nach Flanke von Markus Suttner einen harmlosen Kopfball von Kapitän Oliver Fink (47.) durch die Finger und Beine gleiten und leistete sich damit einen vergleichbaren Aussetzer wie eine Woche zuvor Roman Bürki in Bremen, den Hitz am Samstagnachmittag vertrat. Die Freude über den Ausgleich währte nur kurz. Thomas Delaney (53.) traf zur erneuten Führung der Borussia.

Nun holte die Partie binnen weniger Minuten endgültig alles nach, was sie in der ersten Hälfte hatte vermissen lassen. Nach einem Foul von Hitz an Lukebakio entschied Schiedsrichter Stieler auf Strafstoß (58.), doch der Belgier schob den Ball aus seiner Sicht rechts am Tor vorbei. Auch wenn sich die große Hektik wieder legte, blieb die Begegnung im Vergleich zu vor der Pause lebhafter. Die Fortuna glaubte weiter an ihre Chance, die Dortmunder suchten die Entscheidung.

In der Schlussphase verlor die Fortuna Adam Bodzek. Der Mittelfeldspieler sah nach einem groben Foulspiel am eingewechselten Jadon Sancho die Rote Karte (82.) – in einer Begegnung, die zuvor keine einzige Verwarnung gesehen hatte. Trotz Unterzahl warf die Fortuna alles in die Waagschale, doch Mario Götze traf zum 3:1. Dennoch war noch immer nicht Schluss. David Kownacki verkürzte in der Nachspielzeit noch einmal auf 2:3 aus Düsseldorfer Sicht. Die Borussia geriet mächtig ins Schwimmen, doch am Ende vergab Kenan Karaman die letzte Gelegenheit auf einen Punktgewinn.

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