Maria Alm: Fortuna Düsseldorf im Trainingslager: Selbst ans Schachspiel hat er gedacht

Maria Alm : Fortuna Düsseldorf im Trainingslager: Selbst ans Schachspiel hat er gedacht

Seit Jahren kommt Fortuna Düsseldorf jeden Sommer ins Hotel von Sepp Schwaiger nach Maria Alm. Der weiß, was sich die spezielle Kundschaft wünscht.

Maria Alm. Es wurde spät am Donnerstag. Erst am Abend kam der Tross von Fortuna Düsseldorf in Maria Alm, dem Ort des zweiten Trainingslagers, an. Mehrere Fortuna-Fahnen und ein großes rot-weißes Plakat hießen Mannschaft, Trainer und Betreuer willkommen.

Unübersehbar hing auch ein Schriftzug am Balkon des Mannschaftshotels: „#edergekommenumzubleiben“. Der Spruch ist nicht nur das Motto für den Aufstieg und den erhofften Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Er passt auch zum familiären Verhältnis, das Sepp Schwaiger, der Besitzer des Hotels Eder, mit seinem gesamten Team zur Fortuna pflegt. Denn es ist die Unterkunft, die die Mannschaft bis auf eine Unterbrechung seit Juli 2011 jedes Jahr für knapp zehn Tage am Steinernen Meer beherbergt.

Es gibt sicherlich noch komfortablere Hotels für verwöhnte Fußballer. „Aber das sind die Fortunen nicht“, sagt der ,Schwaiger Sepp‘ voller Überzeugung. „Der Verein will auch nicht, dass den Spielern alle Wünsche von den Augen abgelesen werden. Auch nach dem Aufstieg gab es jetzt keine extravaganten Wünsche.“

Trotzdem versucht der sportbegeisterte Hotelier, seinen Gästen aus Düsseldorf natürlich etwas Besonderes zu bieten, wie er auf seinem Rundgang durch das Hotel betont. Die 15 Zimmer für den Fortuna-Tross liegen in einem separaten Komplex des Hotels. Ins eins davon, das Zimmer 252, stellt er im Vorbeigehen noch ein Schachspiel. Schwaiger weiß, dass Benito Raman und Havard Nielsen dem Spiel der Könige frönen. Der Norweger ziemlich profihaft, der Belgier mehr aus Sympathie.

Auch zu Zimmer 155 kann er eine kleine Geschichte erzählen. Hier logieren Adam Bodzek und Robin Bormuth. „Sie wohnen auf der Seite, die nicht zum Kirchturm hinausgeht. Die Glocken läuten ab 6 Uhr morgens“, sagt der Mann, der über die Jahre selbst zum eingefleischten Fortuna-Fan geworden ist. Der Gastgeber des Bundesliga-Aufsteigers weiß nach all den Jahren genau, worauf es ankommt. „Auch der Trainer ist übrigens bodenständig und stellt keine besonderen Ansprüche“, sagt der Gastgeber.

Die Zimmer sind chic, relativ einfach, aber sehr gemütlich mit viel Holz, und einer steinernen Waschschüssel ausgestattet. Die Dusche ist zudem sehr hochwertig. „Die wird von den Spielern wirklich sehr oft gebraucht.“ Der Bezahlsender Sky ist überall zu empfangen. „Für die Profis haben wir auch noch mal das WLAN aufgerüstet“, berichtet Sepp Schwaiger. Das Bettzeug ist in Herzform drapiert, die Blumen auf dem Balkon sind natürlich in Rot und Weiß gehalten.

Fortunas Chef-Physio Carsten Fiedler stattet zeitgleich zu der kleinen Hotelführung für die Journalisten ein zuvor extra ausgeräumtes Zimmer mit Massage-Liegen und entsprechendem Zubehör aus. Der Essens-Plan wurde mit seiner Hilfe zusammengestellt. Stefan Thomas wird es mit seinem Team zubereiten. Der Chefkoch ist zwar Hertha-Fan, kann das aber wohl für ein paar Tage verdrängen. An fünf Tischen mit jeweils sechs Stühlen nehmen die Spieler das Essen zu sich — jeden Tag gibt es eine neue Sitzordnung. So werden die Neuen besser ins Team integriert.

Im Keller verbirgt sich nicht nur der Kraftraum, sondern auch der riesige Wellness-Bereich. Für müde Füße ist ein Moosboden angelegt. Ein idealer Platz zum Relaxen. Doch dort und in der Kräutersauna wird man die Spieler der Fortuna in den nächsten schweißtreibenden Trainingstagen wohl kaum finden.

Am meisten freut sich Sepp Schwaiger auf Oliver Fink. „Der ist mir besonders ans Herz gewachsen. Finko ist ein ganz feiner Kerl“, sagt er. Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Der Kapitän war über Weihnachten mit seiner Familie privat im Hotel Eder, das auch diesmal bestens vorbereitet ist für die Bedürfnisse der Fortuna.