Hinrundenzeugnis, Teil 2 Bodzek ist kein Allheilmittel

Serie | Düsseldorf · Die U23 hat die Erwartungen oft nicht erfüllt. In Teil zwei des Halbjahreszeugnisses geht es um die Abwehr.

 Adam Bodzek, arbeitend im Arena-Sportpark.

Adam Bodzek, arbeitend im Arena-Sportpark.

Foto: Frederic Scheidemann

Wenn sich die Torhüter von ­Fortunas Regionalliga-Fußballern eine Bilanz von 39 Gegentreffern nach 19 Spielen vorwerfen lassen müssen, gilt das für die Verteidiger selbstverständlich auch. Und während die Keeper meist nichts mehr haben ausrichten können, steht die Abwehrreihe der Regionalliga-Mannschaft in einer größeren Verantwortung. Hier die Einzelkritik.


Takashi Uchino (5 Spiele/
0 Tore) Der Jungprofi verpasste den Großteil der Hinrunde, weil er sich im Juli einen Syndesmoseriss zuzog. Stand im ersten Saisonspiel gegen Wiedenbrück (1:2) noch auf dem Platz, feierte sein Comeback dann beim 5:0-Kantersieg gegen Ahlen. Bereitete in dieser Partie ein Tor vor. Schwache Auftritte hingegen in Wattenscheid (2:3) und Wiedenbrück (1:3); zumindest mit einer beträchtlichen Teilschuld an vier der sechs Gegentreffer, auch wenn man ihm seine lange Verletzungspause zugutehalten musste.


Daniel Ndouop (8/0) Schlich sich in der vergangenen Rückrunde überraschend, aber nicht zu Unrecht, ins Team. Konnte diesen Trend nicht bestätigen, fiel seit Sommer häufig ab. Absolvierte lediglich drei Partien über die volle Distanz. Schwach gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach (0:3). Erreichte den Tiefpunkt beim 1:6 gegen Münster, als er zudem Gerrit Wegkamp abschoss und so für ein absolutes Slapstick-Gegentor sorgte. Anschließend komplett abgemeldet, kam nur noch eine weitere Minute zum Einsatz.

Kingsley Marcinek (13/1) Als Ergänzungsspieler geholt, mauserte sich der 21-Jährige zu einer ernsthaften Alternative. Feierte in Rödinghausen (1:4) sein Startelfdebüt, lief auch in allen sieben folgenden Partien von Anfang an auf. Konnte zwischenzeitliche Probleme in Stellungsspiel und Timing nicht immer kaschieren, bot dafür eine überragende Leistung beim 3:1-Sieg in Kaan-Marienborn. Verhinderte in entscheidender Situation ein sicheres Gegentor. Ebenfalls stark beim 2:0 in Düren, als er nach einer Ecke per Kopf traf. Allerdings auch nicht ohne Tiefpunkt: Erwies seiner Mannschaft mit dem völlig überflüssigen Platzverweis in Wuppertal (1:4) einen Bärendienst.

Tim Corsten (11/1) Verpasste die letzten Spiele des Jahres verletzt. War in der Innenverteidigung gesetzt, wenn er zur Verfügung stand. Überzeugte als Linksfuß oft auch im rechten Deckungszentrum, wies sein herausragendes Aufbauspiel konstant nach. Wirkte insgesamt stabiler, allerdings noch nicht über längere Zeit fehlerfrei. Erzielte in Kaan-Marienborn per Kopf seinen ersten Regionalliga-Treffer.

Adam Bodzek (13/1) Eigentlich für das defensive Mittelfeld eingeplant, musste wegen Personalnot jedoch ständig in der Innenverteidigung aushelfen. Löste viele Situationen mit seiner Erfahrung, konnte das hohe Tempo seiner Gegner aber nicht immer mitgehen. Besonders bezeichnend, als ihn Sidi Sané beim 2:4 gegen die U23 des FC Schalke 04 vorführte. Wichtiger Stabilisator beim 2:0 in Düren, einziger Feldspieler mit Normalform beim 0:3 in Mönchengladbach. Ging allerdings in Rödinghausen mit der Mannschaft unter und konnte die Aufholjagd der SG Wattenscheid völlig alleine nicht verhindern.

Niko Vukancic (12/2) Zwischenzeitlich in den Profikader aufgerückt. Bei der „Zwoten“ unangefochtener Stammspieler im Abwehrzentrum. Stark beim 4:1-Erfolg gegen Fortuna Köln, besonders im Zweikampf kaum zu bezwingen. Doppeltorschütze gegen Ahlen, baute anschließend aber merklich ab. Verursachte den entscheidenden Strafstoß in Wattenscheid, spielte unzählige Fehlpässe in Wiedenbrück und irritierte mit seiner laschen Körpersprache. Insgesamt viele Wechsel zwischen Licht und Schatten.

Mert Göckan (15/2) Spielte eigentlich immer. Es sei denn, er fehlte gelbgesperrt (wie in Wiedenbrück) oder musste Jungprofi Benjamin Böckle den Vortritt lassen. Führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld, wenn Tom Geerkens im Profikader stand. Zwischenzeitlich als Aushilfs-Innenverteidiger benötigt, erledigte seinen Job gegen Kaan-Marienborn, Oberhausen (0:2) und Düren sehr gut. Schwächer auf dieser ungewohnten Position dagegen in Wuppertal. Erzielte zwei Tore: nach einer entschlossenen Einzelleistung bei der U21 des 1. FC Köln (1:3) und den Ehrentreffer beim Debakel gegen Münster.

Benjamin Böckle (6/0) Zu Saisonbeginn drei Mal zur „Zwoten“ geschickt, war jeweils ein Schwachpunkt des Teams. Zog sich beim 1:3 in Köln eine Muskelverletzung zu, die ihn lange außer Gefecht setzte. Kam zuletzt auf drei weitere Regionalliga-Einsätze. Wirkte dabei deutlich stabiler als zuvor, leistete sich aber einen so unnötigen wie folgenschweren Ballverlust in Wiedenbrück.

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