Mit 86 Jahren gestorben Fortuna trauert um Aufstiegs-Legende Hilmar Hoffer

Düsseldorf · Er war der erste Spieler, der zweimal mit dem Klub in die Bundesliga aufstieg.

 Zwei Fortuna-Legenden nach einem Treffer 1971: Hilmar Hoffer (l.) und Reiner Geye. Hoffer starb jetzt nach langer Krankheit.

Zwei Fortuna-Legenden nach einem Treffer 1971: Hilmar Hoffer (l.) und Reiner Geye. Hoffer starb jetzt nach langer Krankheit.

Foto: Horstmueller/HORSTMUELLER GmbH

Die Fortuna hat wieder eine ihrer sportlichen Legenden verloren. Der in Mönchengladbach-Rheydt geborene Außenstürmer Hilmar Hoffer ist im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Er hinterlässt seine Frau Dorle. Zwölf Jahre lang trug er das Trikot der Flingerner, und er stand als erster Spieler der Fortuna-Vereinsgeschichte gleich in zwei Mannschaften des Klubs, die in die Bundesliga aufstiegen: in den Jahren 1966 und 1971.

Zudem erreichte er das deutsche Pokalendspiel, das die vom späteren Bundestrainer Jupp Derwall betreute Mannschaft 1962 im Niedersachsenstadion von Hannover gegen den 1. FC Nürnberg unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung verlor.

Hoffer wechselte 1960 von seinem Stammverein Rheydter SV in die Landeshauptstadt, als Fortuna gerade in die 2. Liga West abgestiegen war. Doch schon ein Jahr später rückte er mit den Rot-Weißen wieder in die Oberliga auf.

Die Hoffnung, 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga zu zählen, erfüllte sich für die Düsseldorfer jedoch nicht. Drei Jahre später schaffte der Klub dann aber doch den Einzug in die höchste deutsche Liga. In der Aufstiegsrunde bestritt Hoffer alle sechs Spiele und erzielte dabei drei Tore.

Allerdings konnte sich die Mannschaft von Trainer Kuno Klötzer nicht auf Anhieb in der Eliteklasse halten, stieg trotz aufsehenrerregender Erfolge wie dem 2:1-Sieg beim damals amtieren Europapokalsieger Borussia Dortmund als Tabellenvorletzter wieder ab. 1971 unter Coach Heinz Lucas glückte Hoffer in seinem „dritten Frühling“ dann erneut der Aufstieg, als Senior der Düsseldorfer Mannschaft.

Im Sommer 1972 beendete Hoffer seine höherklassige Laufbahn im Alter von 34 Jahren nach 313 Pflichtspielen für Fortuna und 46 Toren. In der Bundesliga kam er 40 Mal zum Einsatz (sechs Treffer). In seiner langen Zeit bei den Rot-Weißen verkörperte er in besonderem Maße Kontinuität und Vereinstreue.

Hilmar Hoffer war ein flinker, wendiger Stürmer, und er hatte die technischen Fähigkeiten, auf beiden Flügeln spielen und beidseitig flanken zu können. Zunächst agierte er mehr links, später dann verstärkt auf der rechten Angriffsseite. In der Mannschaft geschätzt war er nicht zuletzt auch wegen seines ruhigen, freundlichen und stets bescheidenen Auftretens. Er war schlichtweg, wie man zu sagen pflegt, ein netter Kerl.

Nach seiner Profikarriere blieb der kaufmännische Angestellte dem Klub treu und spielte noch in der Traditionsmannschaft „Fortuna 70“, die sein früherer Trainer Heinz Lucas in seiner väterlichen Art betreute. Eng befreundet war Hoffer mit Fortunas früherem Kapitän Fred Hesse (gestorben 2021) und Klaus Budde, einst Teamkameraden des Angreifers zu Regionalliga- und Bundesligazeiten.

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