Vor dem Spiel gegen Schalke Dieser Notstand steht bei Fortuna diesem Überfluss gegenüber

Düsseldorf · Vor dem Gastspiel des FC Schalke 04 am Samstag in der Arena muss sich Fortunas Trainer Daniel Thioune mit Extremen auseinandersetzen.

Vollauf überzeugend kommt Daniel Thioune in diesem Moment herüber. „Ich habe“, so verkündet Fortunas Trainer mit bedeutungsschwerem Tonfall, „mit meinen Mannschaften bislang noch jedes Spiel gegen Schalke gewonnen.“ Ein saftiger Mutmacher für die Neuauflage des traditionsreichen Westderbys am Samstagabend in der Arena? Nun, ganz so verhält es sich dann doch nicht. Denn auf Nachfrage gibt Thioune mit verschmitzem Lächeln zu: „Ich muss dazu sagen, dass ich auch noch nicht allzu oft auf Schalke getroffen bin bisher.“ Exakt einmal, um genau zu sein: Am 13. Februar 2022, als er seine Premiere als Chefcoach der Fortuna feierte und seine Truppe den FC Schalke mit 2:1 bezwang. Hundert Prozent Siegquote – bei einem Spiel.

Jetzt steht also das zweite an, unter umgekehrten Vorzeichen im Vergleich zur Premiere vor 21 Monaten. „Das war schon sehr anspruchsvoll damals“, erinnert sich Thioune. „Schalke war Fünfter, wir lagen auf Platz 16. Jetzt ist es genau anders herum. Es ist viel passiert in dieser Zeit.“ So viel, dass der 49-Jährige den vermeintlichen Druck nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge stark relativiert. „Wenn man Trainer bei Fortuna Düsseldorf ist, dann ist vom ersten Tag an Druck auf dem Kessel“, versichert er. „Als ich auf Platz 16 anfing, war es aber deutlich mehr Druck als heute. Jetzt beflügelt die Situation doch eher. Das Stadion ist voll, das ist cool.“

Mit diesem Adjektiv würde Thioune die Personalsituation seiner Mannschaft indes nicht beschreiben. Seit Freitagmorgen steht fest, dass Jordy de Wijs ebenfalls fehlen wird. „Er hat eklatante muskuläre Probleme“, berichtet der Trainer. Somit sind gegen Schalke drei Viertel der etatmäßigen Viererkette nicht am Start; selbst gegen die taumelnden Königsblauen ein ambitioniertes Vorhaben.

Ganz anders stellt sich die Lage im Mittelfeld dar. Marcel Sobottka und Shinta Appelkamp wieder fit, Yannik Engelhardts Sperre abgelaufen, Isak Johannesson und Ao Tanaka gesund zurück von ihren Länderspielreisen – ein fröhliches Überangebot. „Alle fünf werden nicht von Beginn an auf dem Platz stehen“, verrät Thioune bereits, „denn positionsfremd lasse ich die Leute nur spielen, wenn sie dort besser sind als die Spezialisten. Als Isak in Unterhaching und gegen Lautern reinkam, hat man ja gesehen, welcher Impact von der Bank kommen kann.“ Ungefähr die Form von Impact, die auch gegen Schalke noch sehr von Nutzen sein könnte.

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