Fortuna Düsseldorf gegen Augsburg - Raman entscheidet Nervenkrimi

Fortuna Düsseldorf : Raman entscheidet Nervenkrimi in letzter Minute

Die Fortuna hat es zum Start in die Rückrunde wieder spannend gemacht. Am Ende behielt Benito Raman die Nerven. Vor dem Start in die Rückrunde war es aber zu unerfreulichen Szenen gekommen.

Wahnsinn - wieder ein Treffer in letzter Minute. Fortuna Düsseldorf hat den nächsten Big Point gelandet. Mit 2:1 hat die Mannschaft von Friedhelm Funkel in Augsburg gewonnen. Benito Raman erzielte den Siegtreffer in der Nachspielzeit. Jetzt hat die Fortuna genauso viel Punkte nach 18 Spielen wie vor sechs Jahren. Seit 1991 hat die Fortuna zum ersten Mal wieder vier Mal in Folge gewonnen.

Mit großer Spannung war die Aufstellung von Fortuna Düsseldorf für den Rückrundenauftakt in Augsburg erwartet worden. Und tatsächlich überraschte Friedhelm Funkel mal wieder vor einem wichtigen Spiel. Neben Michael Rensing und der Abwehrkette mit den zuletzt gewohnten Gesichtern – Zimmermann, Ayhan, Kaminski und Gießelmann standen auch wie erwartet Kevin Stöger und Alfredo Morales in der Startelf. Im Angriff gab es die Überraschung. Marvin Ducksch und Kenan Karman liefen zunächst auf. Dafür sitzen Rouwen Hennings und Oliver Fink auf der Bank. Auch Benito Raman ist zunächst nicht dabei. Im Augsburger Stadionkurier hatte sich die Redaktion ganz auf Dodi Lukebakio, den angeblich auffälligsten Spieler in der Hinrunde konzentriert. Der Belgier spielte wieder auf dem rechten Flügel.

Für normale Verhältnisse waren relativ wenige Fans mit der Fortuna in Augsburg unterwegs. Viel mehr als die 1600 offiziell verkündeten Anhänger waren nicht mitgefahren. Auch von den Ultras war wenig zu sehen. Vor dem Spiel war es zu unschönen Szenen gekommen. Laut Polizeiangaben gingen rund 50 Anhänger beider Vereine aufeinander los. Vier Fortuna-Fans wurden festgenommen. Die Ultras kamen dann in der Gruppe nicht ins Stadion. Deshalb hängten die Fans im Stadion ihre Fahnen verkehrt herum (auf dem Kopf stehend) auf.

Einen sehr mäßigen Start erwischten die Gäste. Schnelle Ballverluste und Unsicherheiten ermöglichten dem Gegner klare Feldvorteile und auch Möglichkeiten. Daniel Baier traf nach Ablage von Alfred Finnbogason sogar den Posten (13.). Den Kopfball von Jan Moravek konnte Michael Rensing auf der Linie stehend festhalten.

Erst nach 20 Minuten wurde das Spiel der Fortuna etwas sicherer, ohne aber gefährlich zu werden. Erst in der 27. Minute mussten die Augsburger den Atem anhalten. Nach einem Anspiel von Karaman schlenzte Ducksch den Ball knapp am rechten Winkel vorbei. Sechs Minuten vor der Pause leistete sich Niko Gießelmann einen kapitalen Fehlpass. Jonathan Schmid nahm das Geschenk allerdings nicht an, sondern verzog seinen Schuss aus 18 Metern.

Als Augsburg sich schon auf die Pause vorbereitete, schlug die Fortuna eiskalt zu. Usami setzte sich im Mittelfeld durch, setze Lukebakio an, der herrlich auf Ducksch flankte. Per Kopf traf er zum 1:0 Pausenstand.

Immer wieder erstaunlich, wie sehr ein Tor ein Spiel verändern kann. Die Augsburger starteten verunsichert in den zweiten Durchgang, hatten offensichtliche Probleme mit der eigenen Psyche und dem engmaschigen Defensivverbund der Fortuna, die sich allerdings auch nicht besonders geschickt bei Ballgewinnen anstellten. Zudem ließen sie zu viele Standards zu, von denen einer auch zum Ausgleich genutzt werden konnte. Jonathan Schmid verwandelte einen Freistoß direkt zum 1:1. Michael Rensing sah dabei nicht gut aus, weil er zu langsam reagierte. Schon war es wieder ein anderes Spiel.

Nachdem die Gäste den Schock verdaut hatten, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Benito Raman vergab die beste Möglichkeit zum Führungstreffer, als er den Ball knapp am rechten Pfosten vorbeischoss. Danach versuchten die Gäste das Spiel über den Ballbesitz zu kontrollieren. Das gelang so gut, dass die Fortuna immer wieder zu geschickten Angriffen kam. Als Morales in der Nachspielzeit auf Benito Raman spielte, hatte der die Nerven, den Ball zum 2:1-Siegtreffer zu verwandeln. Und dann kamen nach dem Abpfiff die Rufe: Friedhelm Funkel, Friedhelm Funkel.

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