Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel sieht keine Krise

Fußball-Bundesliga : Fortuna: Funkel sieht noch keine Krise

Bei der 1:3-Niederlage in Berlin fehlten den Düsseldorfern alle Tugenden, um bestehen zu können. Auch alle Statistiken sprachen gegen Düsseldorf.

Die statistischen Werte sprachen nach der 1:3-Niederlage der Fortuna nicht gerade für einen gelungenen Auftritt in Berlin. So wenig Friedhelm Funkel auf Statistik gibt, so sehr erschreckten ihn aber die Daten beim Zweikampfverhalten und der Laufleistung. Der Gegner war fünf Kilometer (118) mehr gelaufen als die Gäste und hatte mehr als 60 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. „Wir waren nicht so präsent wie in den vergangenen Spielen, obwohl wir uns so viel vorgenommen haben“, erklärte der Trainer. Seine Spieler seien nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und waren bei den Gegentoren viel zu weit weg von den Gegenspielern. „Wir haben da ein stückweit die Orientierung verloren.“

Die Kritik richtete sich auch gegen die Innenverteidiger, die beide selten kompromisslos zur Sache gehen konnten. Bei allen drei Toren waren der nicht austrainiert wirkende Kasim Adams und der diesmal neben sich stehende Kaan Ayhan mit in der Verlosung. „Ich wechsle nicht gerne Spieler aus der Innenverteidigung aus, und so schlecht haben Kasim und Kaan nun auch wieder nicht gespielt.“ Auch Niko Gießelmann nahm Fortunas Cheftrainer in Schutz. „Es kamen Flanken über unsere linke Abwehrseite, das passiert im Spiel schon mal, ohne dass man das immer vermeiden kann“, sagte Funkel. „Aber dann muss man in der Mitte eben besser aufpassen.“ Das war aber nicht der Fall, und so fielen alle drei Gegentreffer nach guten Kombinationen der Herthaner und Unstimmigkeiten und zu zaghaftem Dagegenhalten der Fortuna-Verteidiger.

Funkel: Das war das erste richtig schlechte Spiel in dieser Saison

„Das ist mehr als ärgerlich“, sagte der Trainer. „Daran werden wir intensiv und sehr hart arbeiten und diese Defizite abstellen.“ Es kämen Spieler aus der Verletzung zurück, die gerade in diesem Bereich ihre Stärken haben. Damit meinte Funkel Alfredo Morales und Marcel Sobottka. Denn Lewis Baker ist immer noch nicht die erhoffte Verstärkung, und Adam Bodzek erscheint zur Zeit ein wenig überfordert. „Das war das erste richtig schlechte Spiel in dieser Saison, dennoch glaube ich an meine Spieler“, sagte Funkel. „Ich bin trotzdem felsenfest davon überzeugt, dass wir am Ende den Klassenerhalt schaffen.“ Dazu muss das Spiel der Fortuna wieder anders aussehen. „Wir wollen im Moment zu sehr Fußball spielen und gehen nicht so kompromisslos in die Zweikämpfe, wie ich das von meiner Mannschaft kenne. Da müssen wir wieder hin.“

Gegen Mainz verspricht Fortunas Chefcoach wieder ein anderes Gesicht und ein anderes Auftreten. Auch im Spiel nach vorne bemängelt Funkel zu wenig Durchschlagskraft, obwohl sein Team mit schnellen Außen gespielt habe. Da fehlt laut Funkel noch das ein oder andere für die Bundesliga bei Nana Ampomah und Bernard Tekpetey. „Da hatte Hertha bessere Möglichkeiten, noch erfahrene Flügelstürmer einzuwechseln“, sagte der Trainer und meinte damit natürlich explizit Ex-Fortune Dodi Lukebakio, der für viel Wirbel nach der Pause sorgte und auch den sonst so starken Matthias Zimmermann nicht so gut aussehen ließ. Er bereitete so auch das 3:1 der Berliner mustergültig vor.

Dass die Niederlage stark auf die Moral drücken werde, glaubt Funkel nicht. Natürlich ist die Enttäuschung groß“, sagt er. „Aber die Jungs sind sehr selbstkritisch und werden das wegstecken. Die Mannschaft braucht jetzt einen Trainer, der ihnen Vertrauen entgegenbringt. Dann werden sie das zurückgeben.“ Im Laufe der beiden Wochen wird das Zweikampfverhalten extrem trainiert. So ist der Trainer diesmal erstmals froh, dass es eine so lange Pause gibt. „Es ist keine Krise, aber eine Phase, die nicht so gut ist.“ Aber jetzt müssen in den Spielen gegen Mainz 05, beim SC Paderborn und gegen den 1.FC Köln Punkte geholt werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung