Mit einer Torbilanz von 142:0 So erfolgreich verliefen die ersten Monate für Fortunas Frauen

Düsseldorf · Das neu gegründete Team ist erfolgreicher als gedacht und findet viel Beachtung.

Trainiert Fortunas Frauen: Anestis Tsentemeidis (r.).

Trainiert Fortunas Frauen: Anestis Tsentemeidis (r.).

Foto: Christof Wolff

Tabellenplatz eins, 158 Tore in 17 Ligaspielen und kein Gegentor – was sich anhört wie eine utopische Wunschvorstellung vor dem Beginn einer Fußball-Saison, ist für die Frauenmannschaft von Fortuna genau so eingetreten. Es ist eine Traumbilanz, mit der in dieser Form niemand gerechnet hatte, auch wenn schon vor Saisonbeginn der direkte Aufstieg als Ziel ausgegeben war.

„Dass es so deutlich ist, hätte ich nicht gedacht. Aber es zeigt natürlich, welche Qualität wir schon in der Mannschaft haben”, sagt Lisa Weiß, die Sportkoordinatorin des Mädchen- und Frauenfußballs von Fortuna, und blickt mit großer Zufriedenheit auf die ersten Monate der neu gegründeten Mannschaft zurück. Im vergangenen Sommer haben die Düsseldorfer erstmals eine Frauenmannschaft angemeldet und sind in der untersten Spielklasse, der Kreisliga A, gestartet.

Der Verein entschied sich bewusst dagegen, mit einer gekauften Lizenz weiter oben einzusteigen. Stattdessen wollen sie gemeinsam wachsen und ihre eigene Geschichte schreiben. Gemeinsam mit neun weiteren Düsseldorfer Vereinen gründete der Klub im Dezember 2021 das Bündnis „AG Mädchenfußball in Düsseldorf“. Ziel dieses Projektes soll es sein, Spitzentalente auf breiter und nachhaltiger Basis zu fördern und diesen eine Perspektive zu bieten, in Düsseldorf zu bleiben und bei Fortuna ihren Karriereweg weitergehen zu können.

Natürlich stießen diese Pläne nicht bei allen Düsseldorfer Vereinen auf Begeisterung. Tusa 06 stieg bereits vor dem Kooperationsbeginn wieder aus, da der Verein seine eigenen Strukturen nicht ausreichend beachtet und wertgeschätzt fand. Unlängst ging Tusa mit dem Frauen-Bundesligist SGS Essen eine Kooperation ein. „Natürlich haben die kleineren Vereine vielleicht im ersten Moment die Befürchtung, dass die Talente irgendwann weggehen. Genau deswegen haben wir den Weg gewählt, von ganz unten zu starten und durch das Bündnis den Breitensport zu fördern. So sollen alle Vereine von der Entwicklung profitieren und der gesamte Frauenfußball in Düsseldorf wird besser“, sagt Weiß.

Die bisher fast durchweg positive Resonanz zeigt, dass der Schritt der Düsseldorfer richtig war. „Es ist toll, was um uns herum und in der Stadt passiert, die Sichtbarkeit wird immer größer“, resümiert Weiß. Eine gewisse Erwartungshaltung an eine Mannschaft, die mit dem „F95“-Logo auf dem Trikot aufläuft, wird sicher nicht ausbleiben. Doch für Weiß ist das kein Grund, sich unter Druck zu setzen: „Für den gesamten Verein ist das etwas komplett Neues, daher können wir dem Ganzen unsere eigene Handschrift mitgeben.“ Natürlich sei es eine Herausforderung, die dann auch etwas Zeit fordere, um sich vollends zu entwickeln, gab sie zu bedenken.

Aber das „F95“-Logo hat auch dafür gesorgt, dass einige talentierte Amateur-Spielerinnen den Weg zur Fortuna fanden. Sie konnten einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass die Arbeit der Düsseldorfer schnell Früchte getragen hat und die raschen Aufstiegsambitionen ernst genommen werden können. Sowohl die U17-Juniorinnen als auch die Frauen gehören im Saisonendspurt in ihrer Spielklasse zu den Aufstiegsfavoriten.

Lob gibt es deswegen vor allem für die Spielerinnen, aber auch für Trainer Anestis Tsentemeidis, der jüngst seinen Vertrag verlängert hat. „Die Mädels machen einen super Job und der Trainer trifft die richtigen Entscheidungen, wir befinden uns auf einem sehr guten Weg“, sagt Weiß. Und da sie selbst viele Jahre auf höchstem Niveau – unter anderem beim VfL Wolfsburg – als Torhüterin gespielt hat, fügt sie hinzu: „Es wäre cool, wenn wir bis zum Saisonende weiterhin ohne Gegentor bleiben.“

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