Weiße Weste gegen Rostock Warum von Fortuna-Keeper Kastenmeier viel Last abgefallen ist

Düsseldorf · Torwart Florian Kastenmeier musste drei Monate auf das nächste Zu-Null-Spiel warten.

Dirigiert seine Abwehr: Torwart Florian Kastenmeier.

Dirigiert seine Abwehr: Torwart Florian Kastenmeier.

Foto: dpa/Swen Pförtner

(td) Florian Kastenmeier konnte in seinem Leben vermutlich schon auf deutlich angenehmere Stunden zurückblicken als jene, die er nach dem 2:2 beim Karlsruher SC am vergangenen Wochenende durchlebte. Der Torhüter von Fortuna hatte den entscheidenden Fehler vor dem zweiten Gegentreffer begangen und wusste genau, dass er es war, der seinem Team zwei Punkte und den ersten Ligasieg des Jahres gekostet hatte. Umso erleichterter und in jedem Fall gut gelaunt stand der 26-Jährige nach dem 2:0-Erfolg gegen Hansa Rostock am Sonntag in der Interviewzone der Stockumer Arena.

Auch wenn er mit der zwischenzeitlich etwas biederen spielerischen Darbietung nicht ganz einverstanden war und die Geschehnisse möglicherweise sogar etwas zu kritisch einordnete, wirkte Kastenmeier gelöst. „So viel ist nicht gut gelaufen, so ehrlich müssen wir sein. Das war ein Arbeitssieg“, sagte der Torhüter. „Nach dem 2:0 haben wir ein bisschen aufgehört, Fußball zu spielen. Aber wir haben die drei Punkte hierbehalten, deswegen ist die Last schon abgefallen.“

Dass Fortuna gegen Rostock nicht nur ihren ersten Ligasieg im neuen Jahr, sondern auch ihren ersten Erfolg vor heimischem Publikum seit exakt drei Monaten ausgerechnet nach einem durchschnittlichen Auftritt eingefahren hatte, nahm der gebürtige Regensburger gewohnt sarkastisch zur Kenntnis. „Vielleicht sollten wir häufiger schlecht spielen, dafür aber gewinnen“, betonte er, um gleich zu ergänzen: „Im Ernst, es gibt nach dieser Partie viele positive Dinge, aber auch ein paar Sachen, an denen wir unter der Woche arbeiten müssen, um gegen Hannover fußballerisch wieder ein besseres Spiel zu machen – und trotzdem die Punkte mitzunehmen.“

In Niedersachsen wird es gewiss auch auf Kastenmeier ankommen, der am Sonntag zur Stelle war, wenn er gebraucht wurde. Ganz besonders in der Phase vor der Halbzeit, als er mit einer Glanztat den Anschlusstreffer von Junior Brumado und eine mögliche Aufholjagd der Rostocker verhinderte. „Natürlich tut das gut“, sagte der Torhüter. „Es freut mich, das Team da im Spiel gehalten zu haben. Aber trotzdem ist es mein Anspruch, mehr davon zu zeigen, mehr gute Spiele abzuliefern. Da bin ich jetzt auf einem guten Weg. Die zwei freien Tage nach dem KSC-Spiel haben gutgetan, um den Kopf freizubekommen.“

Auch, weil Kastenmeier zurück an den Ort fuhr, an dem ihm am vergangenen Wochenende sein schwerer Patzer passiert war – auf Familienbesuch. „Meine Frau kommt aus Karlsruhe, ich bin dann direkt nochmal rein in die Wunde“, sagte er mit einem Grinsen im Gesicht. „Aber am Ende hat es gutgetan, wir haben die Zeit sehr gut genutzt.“

Und war der 26-Jährige zu Beginn des Gesprächs noch äußerst kritisch, so stellte er nach einer Weile fest: „So ein Spiel wie gegen Rostock brauchen wir öfter.“ Gute Auftritte, die in der jüngsten Vergangenheit nicht mit den passenden Ergebnissen belohnt wurden, helfen schließlich nicht sonderlich. „Wir hatten zuletzt viele ,Kackspiele’, die wir auf unsere Seite hätten ziehen müssen“, konstatierte Kastenmeier.

Die Hansa-Partie kam nun unzweifelhaft zum richtigen Zeitpunkt, endlich ein „Kackspiel“, um im Jargon des Torhüters zu bleiben, das Fortuna drei Punkte bescherte. „In unserer Situation war das genau das Richtige, auch wenn es sich noch nicht wirklich wie ein Sieg anfühlt“, ergänzte Kastenmeier. „Vielleicht kommt das, wenn wir mal durchgeschnauft haben.“

Mit Sicherheit wird der gebürtige Regensburger dann auch realisieren, dass er am Sonntag zum ersten Mal seit dem 5:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg im Dezember seinen Kasten sauber gehalten hat – und nun angenehme Stunden auf ihn warten.

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