„Ich könnte viele Ausreden liefern“ Fortuna-Torhüter Kastenmeier entschuldigt sich für Patzer in Berlin

Berlin · Düsseldorfs Keeper leitete mit einem Fehlpass den zweiten Berliner Treffer ein.

 Selbstkritisch: Torwart Florian Kastenmeier.

Selbstkritisch: Torwart Florian Kastenmeier.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Dieser Treffer, das wusste Florian Kastenmeier, ging auf seine Kappe. Natürlich, Yannik Engelhardt und Andre Hoffmann hätten den Schuss von Derry Scherhant im besten Fall noch blocken können, doch am Ende flog er ins lange Eck – und der Torhüter hatte diese Situation beim 2:2 von Fortuna in Berlin zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt wenige Augenblicke vor der Halbzeit mit einem völlig missratenen Zuspiel überhaupt erst entstehen lassen.

„Ich könnte viele Ausreden liefern“, sagte er im Bauch des Olympiastadions, „aber die einzige ist, dass ich den Ball einfach nicht sauber erwischt habe. Das darf mir so nicht passieren, gehört aber zum Fußball dazu. Der Platz war nicht einfach zu bespielen, aber ich werde mein Spiel nicht ändern, nur weil das jetzt in die Hose gegangen ist.“ Trotzdem übte er sich in Selbstkritik: „Ich werde unter der Woche daran arbeiten, dass das nicht mehr passiert, und dann geht’s weiter.“ Sein Patzer in Berlin war allerdings nicht der erste in diesem Jahr, der zu einem Gegentor führte. Schon beim 6:2-Sieg im Trainingslager-Testspiel gegen den niederländischen Zweitligisten FC Dordrecht hatte Kastenmeier, der seine einst regelmäßigen Schnitzer abgestellt zu haben schien und zu einem der besten Torhüter der Liga gereift war, durch einen Abspielfehler einen Treffer zu verantworten. In Berlin war er auf dem seifigen Geläuf vor der folgenschweren Aktion schon zwei Mal ausgerutscht.

Insgesamt ärgerte sich der Torhüter nicht nur über seinen Schnitzer, sondern auch ein wenig über das Ergebnis. Wenngleich er sagte: „Am Ende können wir mit dem 2:2 leben, weil wir wieder zwei Mal hintenlagen. Trotzdem hatten wir am Ende die Chancen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Wie bei meinem Fehler: So ist es im Fußball, das kann man nicht immer kontrollieren.“ Im Olympiastadion und trotz der besonderen Stimmung einen Punkt geholt zu haben, sei „nicht ganz verkehrt“, stellte Kastenmeier fest. „Es hätten aber auch drei sein dürfen – oder müssen.“

Auf den bewegenden Vorlauf der Partie, begründet durch den plötzlichen Tod von Hertha-Präsident Kay Bernstein, führte der Familienvater die etwas wacklige erste Hälfte jedenfalls nicht zurück. „Ja, es war sehr emotional, gerade beim Aufwärmen. Wenn man rauskommt, wird normalerweise eine andere Musik gespielt. Und wenn man dann das Gebet hört und die Stille, das ist man nicht gewohnt“, erzählte er. „Mit der Schweigeminute war es dann nochmal emotional, wenn der Stadionsprecher dann auch um Worte ringt. Trotzdem mussten wir den Schalter umlegen, und das haben wir ganz gut geschafft.“ Zumindest auf der zweiten Hälfte wollte Kastenmeier nun aufbauen, um im zweiten „Fortuna-für-alle“-Spiel dem FC St. Pauli am Samstag (20.30 Uhr, Arena) seine erste Saisonniederlage zuzufügen. „Das Gefühl ist gut, wir haben den Ball gut laufen lassen und die Räume in der zweiten Hälfte gut bespielt. Wir hatten Unmengen an Strafraumsituationen, die wir zwar nicht ausgespielt haben“, sagte der Torhüter. „Man muss aber auch berücksichtigen, was wir für Bedingungen unter der Woche hatten. Es ist nicht selbstverständlich, dann eine solche Leistung abzurufen.“

Aufgrund der Kälte und des Schnees konnte Fortuna zuletzt ausschließlich auf Kunstrasen trainieren, ist nun aber zurück auf den gewohnten Plätzen.

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