Fortuna Düsseldorf: Erstklassige Saison mit Zweitliga-Etat

Fortuna hatte nur 18 Millionen : Fortuna Düsseldorf: Erstklassige Saison mit Zweitliga-Etat

Die Finanzdaten der Deutschen Fußball-Liga zeigen, wie herausragend die Fortuna dieses Jahr spielte. Allein der Zweitliga-Kader des HSV kostete viermal so viel wie der der Fortuna.

Die bundesligaweite Anerkennung der vergangenen Wochen und Monate waren sie bei Fortuna Düsseldorf nicht mehr gewohnt — oder hatten sie in dieser Form vielleicht noch nie erlebt. Selbst für langjährige Profis wie Oliver Fink, der immerhin seit zehn Jahren im Verein ist, dürfte dies einmalig gewesen sein. Gleiches gilt für einen großen Teil der handelnden Personen auf der Geschäftsstelle. Mit bescheidenen Mitteln hat die Fortuna entgegen aller Erwartungen im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga die Klasse gehalten. Und mit Rang zehn eine zuvor nicht für möglich gehaltene Platzierung in der Abschlusstabelle belegt.

Wie erstaunlich das alles war, darüber reden sie im Umfeld der Fortuna seit Wochen. Das tun sie zurecht und sollten ihren Erfolg entsprechend lange ausgekosten. Spätestens mit dem Trainingsauftakt Ende Juni wird es aber niemand mehr hören wollen. Dann wird der Fokus endgültig wieder nach vorne gerichtet. Doch die kürzlich im Finanzbericht der Deutschen Fußball-Liga (DFL) veröffentlichten Zahlen untermauern noch einmal, wie bemerkenswert das alles war.

Eine Hauptrolle im Konzert der Bundesliga-Schwergewichte lässt sich angesichts eines Kaderetats von 18 Millionen Euro nicht übernehmen. Die erste Geige spielt der FC Bayern mit 315 Millionen Euro, gefolgt von Borussia Dortmund (186 Millionen), dem FC Schalke 04 (124 Millionen) und Bayer Leverkusen (110 Millionen). Und selbst der 1. FC Köln, der als Zweitliga-Meister nun ins Oberhaus zurückkehrt, hatte 65 Millionen Euro zur Verfügung. Noch mehr Geld investierte gar der Hamburger SV, um den direkten Wiederaufstieg zu realisieren — vergeblich, trotz einer mit rund 75 Millionen Euro vierfachen Summe für den Kader im Vergleich zu dem, was das Team von Friedhelm Funkel an Kosten verursachte.

Selbst St. Pauli und Union Berlin gaben mehr Geld aus

Aus so gut wie keinen Möglichkeiten hat die Fortuna sozusagen das Maximum herausgeholt. Oder mehr, auch wenn das aus mathematisch-logischer Sicht natürlich nicht möglich ist. Selbst die Zweitligisten FC St. Pauli (19,4) und Union Berlin (19) liegen in der Etat-Liste vor den Düsseldorfern.

„Schlusslicht“ ist die Fortuna in der Bundesliga auch bei den Berater-Honoraren. Gerade einmal 770 000 Euro wurden hierfür eingesetzt. Der abgestiegene VfB Stuttgart gab fast elf Millionen aus, Borussia Dortmund sogar rund 41 Millionen Euro. Das ist mehr, als der SC Freiburg und natürlich die Fortuna an Personalkosten für ihre Mannschaften hatten.

Zahlen wie diese belegen, dass die Schere in der Bundesliga immer weiter auseinandergeht. Umso höher sind Leistungen wie die der Fortuna deshalb zu bewerten. Trotz der zu erwartenden Steigerungen bei den Ausgabenmöglichkeiten ist angesichts dieser Werte aber auch klar: Eine Wiederholung der Saison 2018/19 oder zumindest ein ähnlicher Verlauf darf nicht erwartet werden. Ziel kann es also nur sein, wieder das Maximum aus dem Wenigen herauszuholen.

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