Mit Blick auf die Relegation Wie Fortuna der Gefahr von Gelbsperren begegnen könnte

Düsseldorf · Yannik Engelhardt und Vincent Vermeij gehen bei einem Einsatz viel Risiko ein.

Wäre nach seiner nächsten Gelben Karte gesperrt: Fortuna-Mittelfeldspieler Yannik Engelhardt.

Wäre nach seiner nächsten Gelben Karte gesperrt: Fortuna-Mittelfeldspieler Yannik Engelhardt.

Foto: Moritz Mueller

Emmanuel Iyoha hat im Grunde alles richtig gemacht – ohne ihm in irgendeiner Form Absicht unterstellen zu wollen. Im Topspiel bei Holstein Kiel (1:1) lief die zweite Minute der Nachspielzeit, da hielt Fortunas Linksverteidiger in einer Situation, als es nicht notwendig erschien, einen Gegenspieler am Trikot fest. Schiedsrichter Sven Jablonski traf eine richtige Entscheidung und zeigte Iyoha Gelb; die fünfte Verwarnung für ihn in dieser Saison.

Der 26-Jährige ist damit gesperrt, wenn es am Sonntag um 15.30 Uhr in der Arena gegen den 1. FC Magdeburg geht. Natürlich nicht schön, weil jeder Fußballer immer spielen will – aber keine Katastrophe, weil es gegen die Sachsen-Anhalter nur noch um die Verlängerung der Serie von aktuell 13 Ligaspielen ohne Niederlage und ein gutes Gefühl für die folgende Relegation geht, aber eben nicht mehr um alles.

Wenn am 23. Mai das erste Relegationsspiel beim noch nicht feststehenden Drittletzten der Bundesliga ansteht, hat Iyoha seine Sperre abgesessen. Bei zwei seiner Teamkollegen ist das zumindest in dieser Form nicht der Fall: Yannik Engelhardt und Vincent Vermeij verpassten die Gelegenheit, sich ihre zehnte beziehungsweise fünfte Gelbe Karte abzuholen. Was in dem ausgesprochen hektischen und wichtigen Spiel in Kiel freilich auch schwierig gewesen wäre und obendrein nicht zu offensichtlich hätte ausfallen dürfen, muss man anfügen. Denn der Versuch, sich absichtlich eine Karte abzuholen, hätte auch eine Sperre nach sich ziehen können.

Die Konsequenz daraus ist nun, dass Engelhardt und Vermeij im Falle einer Verwarnung gegen Magdeburg im ersten Relegationsspiel gesperrt wären. Trainer Daniel Thioune wird also durchaus den Gedanken haben, beide am Sonntag nicht einzusetzen – schließlich stehen auf beiden Positionen zum Beispiel in Marcel Sobottka und Marlon Mustapha Alternativen parat. „Es kann schon sein, dass ich auf der einen oder anderen Position etwas verändere“, sagt der Chefcoach, als er ganz allgemein auf das Thema Personal für Magdeburg angesprochen wird. „Wir sind eingespielt mit dem ganzen Kader, haben oft Wechsel vornehmen müssen.“

Wenn Iyoha in der Relegation gesperrt gewesen wäre, hätte das mehr weh getan, gibt Thioune zu, und fügt gleich an, dass Nicolas Gavory für den gebürtigen Düsseldorfer in die Startelf rücken werde. „Ich muss Entscheidungen treffen“, kündigt der 49-Jährige an. „Wir haben zwei Gelb-Vorbelastete. Ob es da sinnvoll ist, werde ich mit der Mannschaft besprechen. Ich werde sicherlich auf die eine oder andere Situation reagieren. Es wäre ja auch fahrlässig, wenn ich das nicht täte.“

Denn so wichtig jedes Heimspiel ist: Die Relegationsspiele stehen aktuell über allem Anderen.

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