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Fortuna Düsseldorf - Diese Kritik übt Adam Bodzek nach dem 2:3 der U23 in Wattenscheid​

2:3 nach 2:0 in Wattenscheid : U23 arbeitet Pleite in Wattenscheid auf

Trainer Nico Michaty kritisiert seine U23 nach der 2:3-Niederlage in Wattenscheid.

(td) Adam Bodzek hatte den Kaffee auf. Das blieb nach dem Schlusspfiff keinem der exakt 1001 Zuschauer im Lohrheidestadion verborgen. Der Routinier von Fortunas Regionalliga-Fußballern pfefferte seine Trinkflasche mit derartiger Wucht auf den Boden, dass sie platzte. Wie die U23 ihre Zwei-Tore-Führung bei der SG Wattenscheid aus der Hand geben und die Partie in der letzten Minute mit 2:3 verlieren konnte, war dem Routinier unbegreiflich. Aber nicht nur ihm allein: Perplexität und Unglaube prägten die allgemeine Gemütslage.

Als sich der Frust ein wenig gelegt hatte, lieferte Bodzek eine erste Erklärung für die verhängnisvolle halbe Stunde, in der das Team von Trainer Nico Michaty eingebrochen war. „Wir hatten viele Ballverluste, unnötige Ballverluste“, sagte Bodzek, „und keine Ruhe mehr. Wattenscheid hat viele lange Bälle gespielt und aus unseren Fehlern die Tore gemacht.“ Der Punkt, an dem sich das Blatt mit einem Schlag wendete, war leicht auszumachen. Nachdem der Tabellen-Vorletzte mit seinem ersten gefährlichen Schuss auf das Tor von Fortuna-Keeper Glenn Dohn den Anschlusstreffer erzielt hatte, begann bei den Düsseldorfern das große Nervenflattern. Dabei waren die Rot-Weißen zuvor durchweg überzeugend aufgetreten, hatten die erste Hälfte nach Belieben dominiert und defensiv kaum etwas zugelassen. Davon konnten sie sich anschließend indes nichts kaufen, und Bodzek erkannte ein Muster. „Wir haben jetzt schon öfter gezeigt, dass wir ein bisschen unruhig werden und die Dinger nicht mehr klar spielen“, monierte er. „Wir laufen teilweise viel zu viel mit dem Ball, anstatt einfach zu passen.“ Trainer Michaty suchte auch eine Viertelstunde nach Abpfiff noch die richtigen Worte. „Ich bin relativ sprachlos. Wir waren inkonsequent sowohl im Spiel nach vorne als auch in der Verteidigung. Es war ein Stück weit Kinderfußball“, sagte er. Bodzek ergänzte: „Wir haben zwischenzeitlich immer noch 2:1 geführt und sind trotzdem in Konter gelaufen. Wattenscheid ist irgendwann mit vier Mann vorne geblieben. Wir hätten also schon die Zeit gehabt, das zu nutzen, weil wir vorne in Überzahl waren. Das ist ein Lerneffekt, der dann irgendwann einsetzen sollte.“

Besonders kurios und ein Stück weit bezeichnend: Hätte die U23 vor dem ersten Tor der Hausherren auch nur eine ihrer Chancen genutzt, wäre die Partie entschieden gewesen – und niemand hätte sich im Nachhinein für den Total-Blackout erklären müssen. Doch weder Robin Bird noch Soufiane El-Faouzi, Ephraim Kalonji oder Kevin Brechmann erlösten die Rot-Weißen. „Wir haben in der Halbzeit noch angesprochen, dass auch eine 2:0-Führung knapp ist. Man weiß, dass die langen Bälle reingeschlagen kommen und du die wahrscheinlich immer im 16er verteidigen musst“, so Bodzek. „Dann kommt zum Schluss aus genau so einer Situation ein Elfmeter bei rum und du verlierst das Spiel noch.“ Ein Sieg beim Tabellen-Vorletzten hätte den Düsseldorfern zum Abschluss der Hinrunde – ab nächster Woche beginnt bereits die zweite Saisonhälfte – gutgetan, doch eine starke Stunde reichte nicht. Michaty: „Wir hatten die drei Punkte auf dem Silbertablett, aber wir haben sie nicht eingesammelt. Das müssen wir uns vorwerfen.“ Zum Schluss kam Bodzek dann noch auf den am Ende schönsten Aspekt des Tages zu sprechen. „Wir hatten einen starken Support“, sagte er und lobte die mitgereisten Fans. „Gut, dass sich die Leute auf den Weg gemacht haben. Das war cool.“