Mit voller Kapelle in der Rückrunde In der Abwehr ist die Auswahl groß

Analyse | Düsseldorf · Nach einer Hinrunde voller Höhen und Tiefen nehmen wir Fortunas Mannschaftsteile genauer unter die Lupe. In Teil II die Abwehr.

 Jordy de Wijs (r.) und Andre Hoffmann: In lediglich sechs von 19 möglichen Pflichtspielen stand das eigentlich vorgesehene Stammduo in der Innenverteidigung gemeinsam in der Startelf.

Jordy de Wijs (r.) und Andre Hoffmann: In lediglich sechs von 19 möglichen Pflichtspielen stand das eigentlich vorgesehene Stammduo in der Innenverteidigung gemeinsam in der Startelf.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Das hatte sich Fortunas Cheftrainer Daniel Thioune vor der Saison sicher ganz anders vorgestellt. In lediglich sechs von 19 möglichen Pflichtspielen stand das eigentlich vorgesehene Stammduo in der Innenverteidigung gemeinsam in der Startelf. Jordy de Wijs und Andre Hoffmann fehlten in der Hinrunde lange verletzt. So war Thioune gezwungen, auf andere Spieler zu vertrauen.

Und das „Not-Duo“ aus Tim Oberdorf und Christoph Klarer machte es über weite Strecken der Hinrunde gut. Bei beiden Profis war mit der Zeit eine deutliche Weiterentwicklung im eigenen Spiel zu erkennen. Sah Thioune in der vergangenen Saison beispielsweise noch deutliche Defizite im Spielaufbau, sind sowohl Oberdorf als auch Klarer an ihren Aufgaben gewachsen.

Thioune möchte bevorzugt
mit Dreierkette agieren

Durch die gezeigten Leistungen sind die beiden nicht nur in der Hierarchie innerhalb der Mannschaft aufgestiegen – auch Thioune wird das in der Rückrunde berücksichtigen. Fortunas Trainer möchte im neuen Jahr – wenn alle Innenverteidiger fit sind – bevorzugt mit Dreierkette agieren. Neben dem gesetzten Niederländer de Wijs (weil Linksfuß) könnte es dann ein enges Rennen zwischen Hoffmann, Klarer und Oberdorf geben. Stand jetzt scheinen die beiden Ersteren die Nase leicht vorne zu haben. „Chris ist es nun gelungen, Fehler zu reduzieren. Er ist ein total reifer Typ und kann Führung übernehmen“, sagt Thioune. „Er hat sich sehr, sehr positiv entwickelt.“

Im Falle dessen, dass Fortuna für die Außenbahn noch einen Spieler verpflichtet, könnte auch Matthias Zimmermann als rechter Innenverteidiger auflaufen. Ein Trio aus de Wijs, Hoffmann und Zimmermann hätte sicher auch seinen Charme, weil alle drei völlig unterschiedliche Qualitäten auf den Platz bringen. Ansonsten hätte „Zimbo“ seinen Platz als Pendant zu Michal Karbownik als alleiniger Flügelspieler sicher. Der Pole hat in der Hinrunde eindrucksvoll bewiesen, wie man diese Position offensiv interpretieren kann, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen.

In der Hinterhand hält Thioune noch den derzeit verletzten Nicolas Gavory und den wiedergenesenen Takashi Uchino. Ersterer wird sich nach seiner Rückkehr vorerst mit einem Platz auf der Ersatzbank anfreunden müssen. Der Franzose kann damit als einer der großen Verlierer der Hinrunde bezeichnet werden. Dass Thioune aber einen solchen Akteur ohne Bauchschmerzen auf die Bank setzen kann, spricht für die Tiefe des Kaders – wenn denn dann auch alle fit sind. Zudem kehrt in der kommenden Saison in Jamil Siebert (aktuell an Viktoria Köln ausgeliehen) ein weiteres aufstrebendes Talent zurück.

Bleiben in der Rückrunde alle Spieler weitestgehend von Verletzungen verschont und die Abwehrkette schafft es, sich über einen längeren Zeitraum einzuspielen, kann Fortunas Defensive zu einem echten Prunkstück in der Zweiten Liga werden. Wünschenswert wäre dies allemal. Schließlich lautet eine alte Sportweisheit ja nicht umsonst: Spiele gewinnt die Offensive, die Defensive aber die Meisterschaften.

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