Fortuna Düsseldorf - Das unbequeme Kollektiv

F95 vs. Bayer04 : Fortuna Düsseldorf - Das unbequeme Kollektiv

Der seit drei Spielen ungeschlagene Aufsteiger möchte mit Bayer Leverkusen den nächsten „Großen“ der Fußball-Bundesliga ärgern.

Trainerteam und Spieler von Fortuna Düsseldorf geben sich dieser Tage nach außen hin entspannt. Nach fünf Punkten aus den ersten vier Begegnungen in der Fußball-Bundesliga geschieht dies nicht zu Unrecht.

Der Aufsteiger liegt absolut im Soll. Doch frei von Nebengeräuschen war der Vorlauf dieses fünften Spieltags nicht, der am Mittwoch (18.30 Uhr) die Fortuna und Bayer Leverkusen in der Arena zusammenführt. Bundesweit haben organisierte Fans aus den oberen drei Profiligen Proteste und einen Stimmungsboykott für die ersten 20 Spielminuten angekündigt. Damit soll der Unmut gegen Anstoßzeiten und terminliche Zerstückelung der Spieltage zum Ausdruck gebracht werden.

Darüber hinaus stand im Vorfeld eine mögliche Absage einiger Partien in Nordrhein-Westfalen zur Debatte, weil die Polizeigewerkschaft befürchtete, aufgrund der Räumungen im Hambacher Forst nicht genügend Einsatzkräfte zu haben. Letzteres bestätigte sich aber nicht.

Friedhelm Funkel hat all das zur Kenntnis genommen. „Ich kann die Proteste ein Stück weit verstehen. Dass aber alle Spiele samstags um 15.30 Uhr stattfinden, ist ein Nostalgie-Gedanke. Das kommt nicht mehr wieder“, sagt der 64-Jährige. „Das ist den wirtschaftlichen Veränderungen im Fußball geschuldet. Ich konzentriere mich aber mehr auf das, was mit der Mannschaft zu tun hat.“

Und die hat beim torlosen Unentschieden in Stuttgart am vergangenen Freitag zwei Punkte liegen gelassen. Fortunas Cheftrainer weiß aber ebenso, dass seine Mannschaft beim 2:1-Heimsieg über Hoffenheim zuvor das Glück auf ihrer Seite hatte. „Die Jungs gehen mit den Resultaten gelassen um. Das gibt ihnen auch Sicherheit. Für uns spielt die Tabelle aktuell ohnehin keine Rolle. Da können wir vielleicht nach zehn oder elf Spieltagen draufschauen.“

Funkel lobt die Arbeit von Bayer Leverkusen

Wie schon gegen die Europapokal-Teilnehmer aus Leipzig und Hoffenheim, könne seine Mannschaft auch gegen Leverkusen „als Kollektiv bestehen“, glaubt Funkel, der für den Verein und seinen Trainerkollegen Heiko Herrlich eine Lanze bricht. „Leverkusen gehört seit 25 Jahren zu den erfolgreichsten Klubs in der Bundesliga. Das ist ein sehr gut geführter Verein, mit Rudi Völler an der Spitze, der uns als einer der Ersten nach unserem Aufstieg in Dresden gratuliert hat. Und Bayers Saisonstart war mit drei Punkten nicht so schlecht, wie viele sagen. Gegen Mönchengladbach und die Bayern kannst du verlieren. Dass nach zwei Spieltagen Diskussionen aufkommen, finde ich abartig“, sagt der Fortuna-Trainer und spricht damit die Kritik an Herrlich an.

Der Offensiv-Kraft des Europa-League-Teilnehmers will die Fortuna im dritten Heimspiel der Saison erneut ein unbequemer Gegner sein. Die personelle Lage bei den Rot-Weißen hat sich nicht groß verändert. Innenverteidiger André Hoffmann ist nach seiner Gehirnerschütterung zwar wieder auf dem Weg der Besserung, kommt am Mittwochabend aber noch nicht wieder für einen Platz im Kader in Frage.

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