DFL lässt Pläne platzen Das sagt Fortuna-Boss Jobst zum Aus des Investoren-Deals

Düsseldorf · Der geplante Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga ist auch im zweiten Anlauf vom Tisch. Fortuna hat im Dezember von vornherein gegen das nun gescheiterte Vorhaben gestimmt. Wie Vorstandschef Alexander Jobst die Entwicklungen einordnet. Welchen nächsten Schritt er jetzt fordert.

Neben Tennisbällen sorgten auch ferngesteuerte Autos für Spielunterbrechungen in den Stadien.

Neben Tennisbällen sorgten auch ferngesteuerte Autos für Spielunterbrechungen in den Stadien.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Die spektakuläre Nachricht aus Frankfurt traf am späten Mittwochnachmittag ein. Nach massiven Fanprotesten und teils mehr als halbstündigen Spielunterbrechungen in fast allen Stadien der Republik hatte die DFL mit sofortiger Wirkung ihre Bestrebungen gestoppt, Anteile an einen Investor zu verkaufen. Es war das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung des Präsidiums; weitere Verhandlungen gibt es nicht, eine neue Abstimmung ebenso wenig.

„Eine erfolgreiche Fortführung des Prozesses scheint in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen nicht mehr möglich. Auch wenn es eine große Mehrheit für die unternehmerische Notwendigkeit der strategischen Partnerschaft gibt“, erklärte der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Joachim Watzke, zugleich Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Der deutsche Profifußball stehe „inmitten einer Zerreißprobe“, ergänzte er.

Fortuna-Vorstandschef Alexander Jobst, der im Dezember auf Anweisung des Aufsichtsrates und nach einem Beschluss der Mitgliederversammlung gegen die Investoren-Pläne der DFL gestimmt hatte, reagierte nicht ganz überrascht auf die jüngsten Vorgänge. „Die Entscheidung des DFL-Präsidiums ist aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen nachvollziehbar und im Sinne des Spielbetriebs folgerichtig“, sagte er der Redaktion. „Die wirtschaftlichen Herausforderungen und der Investitionsbedarf im Ligaverband bleiben jedoch bestehen.“

Nun gelte es, betonte Jobst, „neue Wege zu finden, wie sich der deutsche Profifußball zukunftsfähig aufstellen“ könne. Die DFL wird die Klubs in den kommenden Wochen zu Gesprächen einladen, um das weitere Vorgehen zu erörtern. „Wir müssen jetzt einfach mal ganz neu anfangen“, sagte Watzke. „Eins ist natürlich klar: Die allermeisten werden schon sehen, dass wir irgendwie was machen müssen, wenn wir uns im Ausland als Bundesliga auch ein bisschen besser präsentieren oder besser vermarkten wollen.“

In Düsseldorf hatten die Investoren-Pläne der DFL im vergangenen Jahr zwei Mal hohe Wellen geschlagen. Im ersten Anlauf war das Vorhaben zwar auch schon gescheitert, Fortuna hatte damals allerdings mit „Ja“ gestimmt – wenn auch nicht für den konkreten Einstieg eines Geldgebers, wie sich später herausstellte, sondern für die Fortführung des gesamten Prozesses. Die konkrete Abstimmungsfrage war damals kurzfristig geändert worden.

Damit sich etwas Ähnliches im zweiten Anlauf nicht wiederholen würde, war im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Herbst dann ein klares Mitgliedervotum gegen die DFL-Pläne gefallen, selbst wenn der Vorstand um Jobst bis zum Schluss dafür gekämpft hatte, dem Vorhaben zustimmen zu dürfen. Das entscheidende Machtwort fiel im Nachlauf vonseiten des Aufsichtsrates, sodass Fortuna letztlich einer von zehn Vereinen war, der sich gegen den Investoreneinstieg ausgesprochen hatte.

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