Im Endspurt der Saison Warum Trainer Thioune für Fortuna keine Endspiele sieht

Düsseldorf · Fortuna trifft nach dem 2:0 gegen Braunschweig auf Klassenneuling SV Wehen.

 Trainer Daniel Thioune gestikuliert an der Seitenlinie.

Trainer Daniel Thioune gestikuliert an der Seitenlinie.

Foto: dpa/Uwe Anspach

Daniel Thioune hat in seiner Zeit bei Fortuna selten aus dem Vollen schöpfen können. Doch ausgerechnet im Saisonendspurt der Zweiten Liga kann er auf fast seinen kompletten Kader zurückgreifen. Es wird wohl also auch einen Kandidaten geben, den er aus dem Kader für die Partie beim SV Wehen Wiesbaden streichen kann oder muss. Das war über weite Strecken der Saison anders, vielleicht auch deshalb ist es durchaus respektabel, dass die Ausgangssituation so ist, wie sie ist.

„Wir haben derzeit ein paar Rekonvaleszenten, die voraussichtlich alle nach der Fürth-Partie zurückkehren werden. Dazu zählen Ao Tanaka (nach Blinddarm-OP), Andre Hoffmann (muskuläre Probleme) und King Manu (Aufbautraining nach Knieproblemen). Zudem fehlt Takashi Uchino, der mit Japans U23 bei der Asien-Meisterschaft ist“, erzählt der 49-Jährige.

Am Samstag gastiert Fortuna in Wiesbaden, eine durchaus tückische Aufgabe. Die Gastgeber stecken als 14. der Tabelle mit 31 Punkten noch knöcheltief im Abstiegskampf, Thioune wird indes nicht den Fehler begehen, den Kontrahenten zu unterschätzen.

„Sie haben in der Hinrunde viele Punkte gesammelt, defensiv stabil gestanden und offensiv aus sehr wenig sehr viel gemacht. Wir hatten im Hinspiel große Probleme gegen sie und es nicht geschafft, ihren Abwehrriegel zu brechen. Ich erwarte, dass sie auch am Samstag wieder sehr diszipliniert verteidigen“, sagt er. „Sie sind definitiv dazu in der Lage, den Bock umzustoßen. Das muss aber nicht gegen uns sein. Wir haben in den letzten Wochen sehr stabilen Fußball gespielt. Und das wird auch diesmal wieder der Schlüssel sein.“

Für die Fortuna geht es um die Politik der kleinen Schritte

Für Düsseldorf geht es um die Politik der kleinen Schritte. Nicht unruhig werden, das Momentum auskosten, sich aber nicht auf den Erfolg ausruhen. „Es ist immer wichtig, dass wir bei uns bleiben. Ich finde, dass man aus jedem Spiel etwas lernen kann. Auch aus dem Braunschweig-Spiel haben wir unsere Lehren gezogen. Wir hatten teilweise einfache Ballverluste, die uns härter hätten treffen können“, befindet Thioune.

Und weiter: „Das darf uns so nicht passieren. Wir werden eine gute Restverteidigung brauchen. Die Basis für alles ist dann auch sicherlich eine gewisse Haltung, seriös zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Diese Haltung ist aktuell gut und passt bei uns. Es darf gerne so weitergehen.“

Am vergangenen Wochenende hat Shinta Appelkamp das Wort ergriffen. Mit dem Blick auf die kommenden Wochen und das Aufstiegsfinale formulierte der 23-Jährige klipp und klar: „Es geht jetzt in die Crunchtime, wir können uns keine Aussetzer erlauben. Mit diesem Druck umzugehen, wird mental sicherlich schwierig. Aber gegen Braunschweig haben wir das sehr souverän gemacht – und vorher genauso, wenn wir das Pokalspiel in Leverkusen mal ausnehmen.“ Bald werde man sehen können, ob Fortuna tatsächlich eine Spitzenmannschaft sei, betonte Appelkamp.

Thioune interpretiert die Situation auf seine Weise. „Ich sehe keine Endspiele. Für uns geht es darum, den Flow mitzunehmen. Ich mag es, wenn meine Spieler darüber reden, was sie alles erreichen wollen“, sagt er. „Ich mag es aber noch viel mehr, wenn sie eine Menge dafür tun und dafür arbeiten, das aufrechtzuerhalten, was sie sich gerade aufgebaut hat. Dazu zählt Stabilität, Spaß am Spielgerät und eine Serie von gewonnenen Spielen.“

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