Fortuna Düsseldorf bleibt gegen Leverkusen chancenlos

Bundesliga : Fortuna Düsseldorf bleibt gegen Leverkusen chancenlos

Die Leverkusener sind spielerisch und auch kämpferisch die bessere Mannschaft. Bei Fortuna Düsseldorf enttäuscht vor allem eine Abteilung.

Bayer Leverkusen war für die Fortuna einen Nummer zu groß. Die Strapazen der Europapokal-Reise waren der Werkself nicht anzumerken. Die Fortuna versuchte zwar mit Kampfgeist und Leidenschaft dagegen zu halten, aber es gelang nicht viel. In der Offensive wurden keinen entscheidenden Zweikämpfe gewonnen.

Mit einer Hiobsbotschaft startete die Fortuna in den Sonntag. Michael Rensing musste auf die Fahrt nach Leverkusen, an seine alte Wirkungsstätte verzichten. Eine Grippe hatte den Torhüter der Fortuna flach gelegt. Friedhelm Funkel und seine Mannschaft vertrauten Jaroslav Drobny als Rückhalt. Ansonsten gab es wenige Überraschungen in der Startaufstellung. Markus Suttner erhielt nach dem Pokalspiel auf Schalke die zweite Chance, und Kenan Karaman durfte nach seinem besten Saisonspiel für die Fortuna und dem ersten Saisontor gegen Stuttgart erneut direkt von Beginn an auflaufen. Dagegen blieb Winterzugang Dawid Kownacki erneut zunächst auf der Bank.

Taktisch sah das aber anders aus, als im Spiel gegen Stuttgart. Markus Suttner verteidigte auf links, vor ihm agierte Niko Gießelmann. Matthias Zimmermann rückte für den gesperrten Kevin Stöger ins Mittelfeld, Jean Zimmer verteidigte rechts, wo vor ihm Dodi Lukebakio den Flügel besetzte. Einzige Spitze war Kenan Karaman. Und der hatte bereits in der zweiten Minuten auch die erste gute Kopfball-Möglichkeit.

Leverkusen tat sich schwer, durch die von Fortuna eng gehaltene Zone im Mittelfeld zu gelangen. So fiel auch die 1:0-Führung für die Gastgeber nach 18 Minuten wie aus heiterem Himmel. Kevin Volland flankte nach innen. Die Innenverteidigung der Gäste schaute zu, wie Kai Havertz nur noch einschieben musste. Das nennt man Effizienz, weil die Werkself die erste Chance überhaupt nutzte.

Fortuna wurde nur bei Standardsituationen gefährlich. Suttner zirkelte nach 20 Minuten einen Freistoß knapp am Bayer-Tor vorbei. Das war es zunächst an positiven Nachrichten für die Gäste. Denn nach 25 Minuten kam das Aus für Jean Zimmer, der bei einer Abwehraktion umknickte und sich eine Sprunggelenks-Verletzung zuzog.

Fortuna verteidigte nicht schlecht, aber das Spiel nach vorne war mehr als mangelhaft. Viel zu schnell wurden die Bälle verloren, zudem fehlte auch die Passsicherheit. Der gesperrte Kevin Stöger wurde sehr vermisst.

Nach der Pause wurde es ein wenig besser auf Seiten der Fortuna. Das lag nicht nur daran, dass die Funkel-Elf nun geschickter verteidigte und den Ball nicht mehr ganz so schnell hergab. Die Gastgeber wurden auch müder und waren nicht mehr so klar in ihren Aktionen. Ausnahme war die Aktion von Alario. Da musste Drobny sein ganzes Können aufbieten (57.). Fortuna versuchte nun höher stehend zu verteidigen. Und das ging prompt nach einem Angriff über den rechten Flügel der Platzherren schief, auch weil Drobny erneut einen Schuss von Mitchel Weiser nur kurz abwehren konnte. Donovan Bailey staubte zum 2:0 (66.) ab.

Das Spiel schien somit bereits nach einer guten Stunde entschieden zu sein. Die bessere Phase der Fortuna war schon wieder vergessen. Friedhelm Funkel wechselte zwar noch zwei Offensivkräfte ein. Das hatte aber wenig Auswirkung auf das Spiel der Gäste. Sie gewannen zu wenig Zweikämpfe, vor allem in der Offensive gelang fast gar nichts. So brachte Bayer 04 Spiel und Sieg locker über die Zeit.

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