Entscheidender Faktor in Kaiserslautern Wie Emmanuel Iyoha sein Comeback bei Fortuna zum großen Fest machte

Kaiserslautern · Lange Zeit ging gar nichts zusammen bei den Düsseldorfern auf dem Betzenberg. Doch dann kam Emmanuel Iyoha nach der Pause in die Partie.

 Düsseldorfs Emmanuel Iyoha (l.) und Kaiserslauterns Filip Kalo· kämpfen um den Ball.

Düsseldorfs Emmanuel Iyoha (l.) und Kaiserslauterns Filip Kalo· kämpfen um den Ball.

Foto: dpa/Uwe Anspach

(jol/td) Klaus Allofs ist keiner, der nach Siegen „seiner“ Fortuna ein Riesengetöse veranstaltet. Wenn der Sportvorstand sich nach einer Partie zwischen Spielfeld und Mannschaftskabine aufstellt, um ja jeden Kicker abklatschen zu können, dann besagt das schon eine ganze Menge über seine Stimmungslage.

Und wenn er dann das soeben Geschehene noch mit einem seligen Lächeln kommentiert, umso mehr. „Die Wechsel haben uns viel gebracht“, sagte Allofs nach dem 3:1-Sieg beim 1. FC Kaiserslautern – ein dickes Lob für Chefcoach Daniel Thioune und dessen Trainerteam, die nach einer enttäuschenden ersten Spielhälfte und einem verdienten 0:1-Rückstand an den richtigen Stellschrauben gedreht hatten. Eine dieser Schrauben ist immerhin 191 Zentimeter lang, sehr schnell unterwegs und trägt den Namen Emmanuel Iyoha. Für die Startelf hatte es nach exakt zwei Monaten Verletzungspause und erst knapp zwei Wochen Mannschaftstraining noch nicht gereicht. Doch als Trainer Thioune ihn zur Pause für den angeschlagenen Takashi Uchino einwechselte, änderte sich auf dem Spielfeld fast alles. Noch nicht sofort, versteht sich: Obwohl Iyoha von seiner ersten Aktion an zeigte, dass er nicht im Mindesten gewillt war, sich dem bislang müden Trott seiner Kollegen anzuschließen, gelang es ihm nicht direkt, alle mitzureißen. Doch ein Viertelstündchen später war es soweit. „Ich habe natürlich versucht, direkt Impulse zu setzen und mich bemerkbar zu machen“, sagte der Linksverteidiger hinterher, fügte aber bescheiden hinzu: „Ich würde jetzt nicht sagen, dass es nur an mir lag, dass es nach der Pause besser für uns lief.“ Sicher nicht nur, denn daran hatten auch Yannik Engelhardt und Christos Tzolis mit seinen Saisontreffern 16 und 17 ihre Aktien. Aber eben auch der seit dem Pokalspiel auf St. Pauli fehlende Iyoha. „Ich war jetzt eine ganze Zeit lang draußen, hatte mir viel vorgenommen“, berichtete er. „Ich wollte viel Dampf machen über die Seite und denke schon, dass ich das Spiel ein bisschen beleben konnte.“ Das Wort „bisschen“ durfte man dabei etwas freier interpretieren, denn tatsächlich gelang den Lauterern fortan über ihren bis dahin so starken rechten Flügel überhaupt nichts mehr, stattdessen entfachte Fortuna dort mächtig Druck. „Wir haben alle als Mannschaft einen anderen Gang eingelegt“, betonte Iyoha. Und zur Anmerkung, dass Fortuna nun offenbar nur noch acht Minuten brauche, um ein Spiel zu drehen, fügte er an: „Viel mehr Chancen hatten wir ja, glaube ich, gar nicht. Die drei, die wir hatten, haben wir auch gemacht.“ Das stimmt zwar nicht ganz, hatte doch Felix Klaus zuvor eine Riesenmöglichkeit; ganz falsch lag Iyoha in der Tendenz indes nicht.

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