Fortuna droht der freie Fall durch die Liga

Fortuna droht der freie Fall durch die Liga

Viele Fehler und Missverständnisse in Babelsberg. Es herrscht mächtig Frust nach dem 0:3.

Düssseldorf. Die Fortuna-Fans sind ratlos. Viele von ihnen hatten große Erwartungen in den Trainerwechsel von Uwe Weidemann zu Wolf Werner gesetzt - sogar auf die Tabellenführung bei einem Sieg am Wochenende gehofft. "Uns war klar, dass der Trainerwechsel kein Allheilmittel sein kann", erklärte Axel Lawarée, der am Sonntag beim 0:3 in Babelsberg zwar wieder unermüdlich rackerte, aber jegliche Torgefahr vermissen ließ. Warum funktioniert es bei der Fortuna derzeit überhaupt nicht? Wir geben Antworten.

Der Fortuna fehlt eine geeignete Taktik. Nur auf Einzelaktionen, Dribblings von Lambertz oder Gewaltschüsse von Marco Christ zu hoffen, ist zu wenig. Die Spitzen hängen in der Luft, weil es weder gelingt, die Flügel zu besetzen noch über diese zu spielen. Die eigentlich kopfballstarken Spieler erhalten in einem Spiel höchstens drei Flanken vom Flügel, und die dann noch ungenau oder flach auf Kastrati sowie hoch auf Lawarée, der damit genau so wenig anfangen kann. Zudem sind schnelle Kombinationen überhaupt nicht zu sehen.

Die Fortuna hat keine Reizfiguren im Kader. Auch der erfahrene Markus Anfang ist nicht die große Führungsfigur auf dem Platz. Es fehlen Spieler, die mit ihren Gesten, ihrem Einsatz und ihrem Beispiel vorangehen, um ein Team aus dem Sumpf zu ziehen. Bei der Zusammenstellung des Kaders wurden in dieser Hinsicht Fehler gemacht.

Wolf Werner hat sich darauf verlassen, dass die Mannschaft auf seine Aufforderung hin reagiert, Leidenschaft zu zeigen. Es war fast zu erwarten, dass dies nicht in der erwünschten Form passiert, weil Trainer und Mannschaft wohl unter diesem Begriff etwas Unterschiedliches verstehen. Er kennt die Spieler noch nicht so gut, um zu wissen, wie sie angesprochen werden müssen. Zudem haben seine Spieler die Einwechslungen in Babelsberg offensichtlich falsch verstanden. Denn mit der Ankunft des vierten Stürmers war die Ordnung dahin. Statt mit Disziplin und Einsatz auf den Ausgleich zu spielen, liefen die Fortunen ins offene Messer.

Falls die Fortuna gegen Erfurt nicht anders auftritt, gerät sogar die Qualifikation für die Regionalliga in Gefahr. Denn vor der Winterpause stehen mit den Spielen gegen Union Berlin und in Essen noch harte Aufgaben an. Und dann kommt zum Auftakt nach der Winterpause der Wuppertaler SV. Mit der Leistung von Babelsberg dürfte die Null stehen, allerdings nicht bei den Gegentoren.

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