Fortuna blickt nach oben

Fortuna blickt nach oben

Aufsteiger bezwingt mit viel Selbstvertrauen den Karlsruher SC verdient mit 1:0.

Düsseldorf. Die Spieler von Fortuna Düsseldorf tragen sie voller Stolz, und auch die Fans zeigen ihre breite Brust ganz deutlich: "Wir sind wieder da", sangen die Anhänger des so erfolgreich agierenden und platzierten Aufsteigers.

Was ein so großes Selbstbewusstsein ausmacht, mussten am Freitag die Spieler des Karlsruher SC erkennen. Denn das Fortuna-Fußball-Märchen in der 2. Fußball-Bundesliga geht weiter: Vor 23.950 Zuschauern besiegte der Neuling den Bundesliga-Absteiger völlig verdient mit 1:0 (1:0).

Diesmal schlüpften die Fortunen nicht nur in ihre roten Trikots sondern erstmals auch in die Favoritenrolle, weil die Karlsruher (13.) acht Plätze hinter den Gastgebern platziert waren. In der 3. Liga hatten die Spieler von Trainer Norbert Meier mit dieser Rollenverteilung oft genug ihre Probleme, weil sich die meisten Gegner gerade in der Arena tief in der eigenen Hälfte verschanzt hatten.

Der KSC aber wollte von Anfang an mitspielen, zeigte auch bis zum gegnerischen Strafraum einige gute Kombinationen. Doch dann war Schluss. "Uns fehlte die Effizienz, obwohl wir eigentlich ein gutes Spiel gemacht haben", sagte Karlsruhes Trainer Markus Schupp.

Das lag an der Fortuna-Defensive, der es gelang, nur eine vielversprechende Chance der Gäste zuzulassen. Vor allem "Bamba" Anderson und der überragende Claus Costa als Mittelfeld-Abräumer waren die Garanten für die Abwehrstärke der Fortuna.

Die nur auf einer Position veränderten Gastgeber (Cakir für den verletzten van den Bergh) benötigten erneut eine Anlaufzeit, um ins Spiel zu kommen. "Wir haben uns reingebissen", sagte Fortunas Trainer Norbert Meier, der seiner Mannschaft eine gute Ordnung und viel Leidenschaft attestierte. Nachdem Olivier Caillas bei einer KSC-Chance auf der Linie gerettet hatte, folgte kurz vor der Pause die stärkste Phase des Aufsteigers.

Am besten sahen die Aktionen der Fortunen im Konter aus. Nachdem sie zwei gute Möglichkeiten durch Martin Harnik (39.) und Claus Costa (41.) im Strafraum vergeben hatten, brachte die schönste Kombination den Siegtreffer: Über Ranisav Jovanovic und Andreas Lambertz kam der Ball zum freistehenden Österreicher Martin Harnik, der in der 44. Minute nur noch einschieben musste.

"Das war ein Treffer zum wichtigen Zeitpunkt", erklärte Fortunas Verteidiger Christian Weber. Ein Zurücklehnen und vorzeitiges Genießen des Sieges war nach der Pause aber nicht möglich. Dazu drückten die Karlsruher zu stark. "Wir haben 100 Prozent geben müssen, aber dadurch auch viele Zweikämpfe gewonnen", sagte Trainer Meier.

Im entscheidenden Moment wurden die Angreifer des KSC gestört und viele Bälle frühzeitig erobert. Die daraus entstehenden Konterchancen ließ der Aufsteiger allerdings teilweise fahrlässig aus. "So mussten wir bis zum Ende zittern", sagte "Lumpi" Lambertz. "Aber es hat sich ja gelohnt." Die breite Brust des Kapitäns schien noch etwas breiter geworden zu sein. Der Fortuna-Blick geht weiter nach oben.

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