Emil Forsberg ist in Leipzig der Spieler, der das Zepter schwingt​

Fortunas Gegner : Forsberg – der Profi, der das Zepter schwingt

Fast zwei Jahre plagte sich der Star von Leipzig mit Verletzungen herum.

Was genau Shanga Forsberg ihrem Ehemann nach dessen Spielen für RB Leipzig so alles erzählt, bleibt Familiensache. Fest steht allerdings, dass sich Emil Forsberg auf dem heimischen Sofa besonders nach schwächeren Partien Kritik gefallen lassen muss. „Dann sitzt mir meine Frau ganz schön im Nacken. Rund 45 Minuten lang spricht sie Dinge an und sagt mir, was ich besser machen muss. Aber ich nehme ihre Kritik gerne an. Schließlich hat Shanga selbst 15 Jahre Fußball gespielt“, erzählte Forsberg jüngst.

Im Moment muss sich der offensive Mittelfeldspieler nicht ganz so viel anhören. Seit ein paar Wochen läuft es bei Forsberg wieder so rund, wie dass die Leipziger Fans lange von ihm gewohnt waren. Im Januar 2015 kam der Schwede für 3,7 Millionen Euro von Malmö FF und schwang sich sogleich zum Regisseur auf. Mit viel Ballgefühl, großer Umsicht und dem Instinkt für den exakten Zeitpunkt eines Passes in die Tiefe lenkte Forsberg das Leipziger Spiel virtuos.

Dann wurde eine Schambeinverletzung von ihm verschleppt und drohte chronisch zu werden. Forsberg musste länger pausieren und wenn er zum Einsatz kam, dann meist nur als Teilzeitkraft. Als der Profi aus Sundsvall im Sommer 2018 neu angreifen wollte, warfen ihn hartnäckige Leistenbeschwerden zurück. Die Sorge war groß, ob er den hohen Belastungen des Profi-Sports überhaupt noch mal stand halten könne. In der Vorbereitung auf diese Saison dosierte die medizinische Abteilung sein Training, auch in den ersten Spielen kam er nur sporadisch zum Zug. „Es hat sich gelohnt, Emil gezielt aufzubauen“, sagte Sportdirektor Markus Krösche.

In seinen bisher 18 Pflichtspiel-Einsätzen dieser Saison kam der 28-Jährige auf acht Treffer und vier Tor-Vorlagen. „Ich bin wieder auf dem richtigen Weg. Alles läuft super, ich komme besser und besser in Form“, meinte Forsberg und ließ nach seinem Doppel-Pack beim 4:1 gegen den 1. FC Köln Ende November sogar seine 15 Monate alte Tochter Florence an seiner Freude teilhaben. Stolz spazierte er mit ihr auf dem Arm über den Rasen der Arena. Ob es dafür später Kritik von Gattin Shanga gegeben hat?