Ein Kopfballtor bestraft zu brave Fortunen

Ein Kopfballtor bestraft zu brave Fortunen

Beim 0:1 in Aue war Düsseldorf das bessere Team – vergaß aber, seine Chancen zu nutzen.

Aue. Norbert Meier stellte nach der 0:1-Niederlage in Aue die Charakterfrage an seine Spieler. Fortunas Trainer war tief enttäuscht und ihm es gelang nicht, die in der Kabine wie ein Häuflein Elend sitzenden Spieler auch nur halbwegs zu trösten. Eigentlich wollte er es auch nicht.

"Grundsätzlich mag ich meine Spieler. Sie wären sicherlich alle wundervolle Schwiegersöhne", sagte Meier. "Ich brauche aber auch mal Spieler, die dreimal geschieden sind, denen das Wasser am Hals steht, und die das Geld unter allen Umständen brauchen."

Ergo: Fortuna hat nicht genug Drecksäcke, die auch mal ein so genanntes schmutziges Tor erzielen. Meier sind seine Spieler zu brav, "das ist eine Mentalitätssache." Den Schönheitspreis hatte sich die Mannschaft nach 45 Minuten verdient, ein Tor trotz aller Bemühungen nicht erzielt, das Glück nicht erzwungen. Zwei Lattenschüsse - und klare Chancen blieben ungenutzt.

"Trotz der positiven Ansätze ist Fakt, dass wir verloren haben. Wir sollten uns jetzt nicht selbst beweihräuchern", sagte Meier. Der Trainer kritisierte die Chancenverwertung. Zwar konnte sich die Mannschaft diesmal Möglichkeiten herausspielen aber vielen Aktionen fehlte die Entschlossenheit. "Da werden Flanken in die Mitte geschlagen, Schüsse abgegeben, die mit mehr Konzentration wesentlich gefährlicher wären", sagte Meier.

Der Fortuna fehlen Stürmer, die konsequent das gute Spiel belohnen. "Das Bittere ist, dass alle taktischen Sachen aufgegangen sind, mehr Chancen geht nicht. Es hat alles gepasst - bis auf das Erfolgserlebnis", sagte Meier, der bedauerte, dass seine Spieler aus der Pleite in Paderborn nicht gelernt hätten. Was nun? Meier verlor sich in Galgenhumor: "Fest steht, ich werde nicht auflaufen."

Das braucht sein Gegenüber Rico Schmitt derzeit bestimmt nicht. "Wir sind in einer ähnlichen Situation wie die Fortuna letztes Jahr", sagte Aues Trainer. Ihm blieb nichts, als Fortuna Glück zu wünschen. Mehr Glück als an diesem Abend.

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