Ein Fingerzeig vor dem Start

Die Fortuna muss aus den Fehlern lernen. In Koblenz wird laut Meier mehr Ordnung herrschen.

Düsseldorf. Vielleicht war es ganz gut, dass am Sonntag nur rund 300 Fortuna-Fans den Weg ins regnerische Aachen auf sich genommen hatten. Der Auftritt von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf machte nur deshalb Hoffnung, weil einer schlechten Generalprobe meist eine glanzvolle Premiere - im DFB-Pokal am nächsten Sonntag in Koblenz - folgt.

Für Trainer Norbert Meier lieferten die beiden Spiele beim Derby-Cup gegen Aachen (0:1) und Bayer Leverkusen (1:2) jedenfalls idealen Anschauungsunterricht für die Fehleranalyse. "Das war völlig normal für den Trainingsstand, die fehlende Frische werden wir spätestens in zwei Wochen zum Ligastart haben", sagte Meier, der dann auch von einer besseren Organisation und Disziplin in der Abwehrarbeit ausgeht.

"Tiago und Lukimya haben zum zweiten Mal im Abwehrzentrum zusammengespielt und sind dazu auch richtig gefordert worden." Dazu habe in der Defensivarbeit die nötige Aggressivität gefehlt. Der Trainer bleibt völlig ruhig, vor allem deshalb, weil er eine Vielzahl guter Aktionen nach vorne gesehen habe.

Stürmer Sandor Torghelle sprach davon, dass die Ergebnisse zwar enttäuschend seien, aber letztlich nichts Dramatisches passiert wäre. "Die Hinweise auf die Fehlerquellen sind deutlich", sagte der ungarische Stürmer, dessen Pferdekuss am linken Oberschenkel nur kurz behandelt werden musste.

Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth hat den durchwachsenen Auftritt in Aachen im spanischen Urlaubsdomizil verfolgt und umschreibt die Leistung der Meier-Elf als "Herstellung der Bodenhaftung".

"Wir waren aus der vergangenen Saison und Saisonvorbereitung verwöhnt. Jetzt wissen alle, dass es nicht einfach so weitergeht, sondern dass man sich das erarbeiten muss."

Jeder einzelne Spieler müsse nun die richtigen Schlüsse ziehen, um voll konzentriert und selbstbewusst die Pokalaufgabe in Koblenz anzugehen. Als Warnschuss wollte er das Abschneiden in Aachen aber nicht verstehen: "Wir haben ja keine Klatsche bekommen, aber es war ein Fingerzeig."

Wolf Werner räumte "zu viele Unsicherheiten" ein. Allerdings schaute Fortunas Sport-Geschäftsführer ebenfalls positiv nach vorne: "Auf jeden Fall haben wir genügend Luft nach oben."

Marco Christ, der im ersten Turnierspiel als Kapitän aufgelaufen war, freute sich über das Flügelspiel, das in der Vergangenheit zu selten gesucht worden war: "Über die Außen haben wir den Ball gut laufen lassen, aber in der Mitte fehlte das nötige Glück", sagte der Fortuna-Regisseur.

Christ meinte damit auch die Stürmer. Torghelle hatte zwar einmal die Latte getroffen, sonst war aber bis auf ein gutes Laufspiel von ihm und von Wellington zu wenig zu sehen.

Der als Torjäger verpflichtete Brasilianer erklärte, das habe er sich für das Pokalspiel aufgehoben. Darauf und ein wenig Sonne hoffen am Sonntag an der Mosel bestimmt dann wesentlich mehr als 300 Fortuna-Fans.

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