Fortuna Düsseldorf: Die Fortuna vergeigt ihr Bundesliga-Comeback gegen Augsburg

Fortuna Düsseldorf : Die Fortuna vergeigt ihr Bundesliga-Comeback gegen Augsburg

Trotz Führung unterliegt der Bundesliga-Aufsteiger bei seiner Rückkehr in die Eliteklasse dem FC Augsburg mit 1:2.

Bevor Fortuna Düsseldorf ganz offiziell nach fünf Jahren wieder aktiver Teil der Fußball-Bundesliga wurde, hüllte sich die Arena für einige Augenblicke in Schweigen. Für Wolf Werner. Der langjährige Manager des Klubs war Ende Juni im Alter von 76 Jahren verstorben. Stadionsprecher André Scheidt würdigte die Verdienste Werners, die Fans auf der Südtribüne hatten sein Konterfei auf einem großen Banner abgebildet. Anschließend wurde es stimmungsvoll. Applaus für Wolf Werner, Applaus für den Aufsteiger.

Benito Raman (9) von Düsseldorf erzielt das 1:0 gegen Augsburg. Foto: Ina Fassbender

Dann ging es los. Doch es dauerte rund eine halbe Stunde, bis die Gastgeber ihre Nervosität abgelegt hatten. Um 16.10 Uhr erreichte die Stimmung ihren vorläufigen Siedepunkt. Benito Raman erzielte den 1:0-Führungstreffer — zugleich der Pausenstand. Am Ende kehrte Ernüchterung ein. Nichts wurde aus der Wiederholung von 2012, als die Rot-Weißen zum Auftakt in der 1. Liga gegen den FC Augsburg gewannen. Das 1:2 (1:0) vor 40 996 Zuschauern war ein vermeidbares Resultat aus Sicht der Fortuna.

Trainer Friedhelm Funkel hatte sich für eine defensivere Aufstellung entschieden, als das von vielen erwartet worden war. Dodi Lukebakio und Marvin Ducksch nahmen zunächst auf der Bank Platz, Rouwen Hennings agierte als einziger Stoßstürmer.

Der erst am Mittwochabend von Funkel zur Nummer 1 im Tor erkorene Michael Rensing hatte zunächst mehr zu tun als sein Gegenüber Fabian Giefer, der einst selbst im Oberhaus für die Fortuna aktiv war. Rensing, der nach einem Jahr sein Pflichtspiel-Comeback zwischen den Pfosten gab, rettete bei der besten Möglichkeit der Augsburger hervorragend. Innenverteidiger Martin Hinteregger hatte in der 18. Minute aus der Distanz abgezogen. Rensing, schon auf dem Weg in die andere Ecke, konnte den Versuch gerade noch parieren.

Nach rund einer halben Stunde kam die Fortuna zu ihrer ersten Torchance. Alfredo Morales bediente im Strafraum-Zentrum Kevin Stöger, der traf den Ball aber nicht richtig. Den besten Angriff schloss Raman nach 34 Minuten ab, Giefer konnte jedoch abwehren. Fünf Minuten später war der Augsburger Schlussmann chancenlos. Matthias Zimmermanns flache Hereingabe von der rechten Seite lief durch den Fünfmeterraum. Der kleine Belgier drückte den Ball am langen Pfosten über die Linie.

Die Gäste, die ihre vergangenen sechs Auftaktspiele allesamt verloren hatten, benötigten eine Weile, um sich von dem Rückstand zu erholen. Nach 57 Minuten stellte der FCA dann auf 1:1. Daniel Baier hatte sich in einem Zweikampf am Rande der Legalität gegen Raman durchgesetzt, Jonathan Schmids Hereingabe verwertete Hinteregger per Kopfball zum Ausgleich. Der Treffer hielt auch der Überprüfung durch Videobeweis stand, da offenbar kein Foul von Baier an Raman vorgelegen hatte.

In der Folge entwickelte sich ein passables Bundesligaspiel, in dem beide Mannschaften zwar nicht ins volle Risiko gingen, aber trotzdem die Entscheidung suchten. Diese gelang dann den Gästen. Rückkehrer André Hahn, in den vergangenen vier Jahren in Mönchengladbach und Hamburg aktiv, sprang beim Kopfballduell höher als Niko Gießelmann und überwand Rensing zum 2:1 für die Fuggerstädter (76.). Funkel zog mit Lukebakio den letzten Joker, die Fortuna drückte auf den Ausgleich. Kaan Ayhan setzte einen Kopfball (88.) über die Latte, mehr war nicht mehr drin. In den Schlussminuten reklamierten die Düsseldorfer zwei Mal einen Handelfmeter. Vergeblich.

„Wir sind gut in die Partie gekommen. Dann wurden wir zu passiv. In der zweiten Hälfte war es ein ausgeglichenes Spiel. Wir waren in der zweiten Hälfte nicht zwei Tore besser, deshalb sind wir sehr glücklich, endlich mal ein Auftaktspiel gewonnen zu haben.“

Manuel Baum, Trainer des FC Augsburg

„In der zweiten Hälfte hätten wir unsere ersten Möglichkeiten nutzen müssen. Danach war es ein offener Schlagabtausch. Wir haben es nicht geschafft, die beiden Flanken jeweils so abzuwehren, dass wir kein Gegentor erhalten. Unter dem Strich steht eine Niederlage. Mit der Leistung kann man aber zufrieden sein. Wir haben gezeigt, dass wir in der Bundesliga mithalten können.“

Friedhelm Funkel, Trainer der Fortuna

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