DFB-Pokal: Fortuna trotz Niederlage stolz

DFB-Pokal: Fortuna trotz Niederlage stolz

Nur Sport-Geschäftsführer Wolf Werner kann der Niederlage nichts Positives abgewinnen.

Düsseldorf. Eines der denkwürdigsten Bilder des Abends: Norbert Meier legte einen Sprint an der Außenlinie hin, so schnell, als wäre er noch immer als Fußball-Profi aktiv.

Andreas Lambertz hatte gerade in der 120. Minute den Ausgleich erzielt und wurde von seinem Trainer an der Außenlinie allerdings nicht als Erster zum Jubel eingefangen.

"Da ich mich vorher nicht warm gelaufen habe, ging es nicht schneller", sagte Fortunas Trainer schmunzelnd. Von Ärger über das verlorene Elfmeterschießen war bei Meier eine halbe Stunde nach Spiel-Ende nichts mehr zu spüren. "Man braucht sich als Zweitliga-Aufsteiger nicht zu schämen, wenn man gegen einen deutschen Topclub eine solche Leistung zeigt."

Fortuna Düsseldorf darf stolz sein, zumindest bis Samstag, wenn das erste Spiel in der 2. Bundesliga gegen Paderborn ansteht. Der großartige Pokalkampf gegen den HSV reiht sich in die Reihe der denkwürdigen Spiele der Fortuna-Geschichte ein, obwohl es knapp verloren wurde.

"Wir haben gute Eigenwerbung betrieben. Düsseldorf ist endgültig wieder auf der Fußball-Landkarte aufgetaucht", sagte Fortunas glänzend aufgelegter Regisseur Marco Christ.

Auch für die Kollegen überwog die Freude über die starke Leistung. "Wir werden schon noch einen Tag oder zwei traurig sein, aber dann geht es weiter", erklärte Ranisav Jovanovic. Oliver Fink, Torschütze zum 1:1 sagte: "Das ist, als wenn man von der Oma ein leckeres Stück Kuchen bekommt und es einem dann in letzter Sekunde weggenommen wird."

Doch die Kraft reichte nach dem irren Ausgleich von Andreas Lambertz nicht mehr. Aber selbst Michael Melka, der sonst an jeder Niederlage sehr zu knabbern hat, war gelassen. "Für einen Torwart ist ein verlorenes Elfmeterschießen genauso ärgerlich wie für die Feldspieler. Aber als klarer Außenseiter haben wir das doch prima gelöst."

Selbst die Enttäuschung, dass nicht mehr als die 35.400 Zuschauer ins Stadion gekommen sind, spielte keine Rolle mehr. "Natürlich hätten wir mehr Zuschauer haben wollen. Aber die bundesweite Werbung und TV-Präsenz ist ja fast noch mehr wert", erklärte Vorstandsprecher Peter Frymuth.

"Die Mannschaft hat sich mit einer sensationellen Vorstellung aus der vergangenen Saison verabschiedet, jetzt hat sie sich auch mit einem sensationellen Event zurückgemeldet."

Nur beim Geschäftsführer Sport sah man kein Lächeln. "Nee, das wäre das erste Mal, dass ich zufrieden wäre, wenn ich verloren habe", sagte Wolf Werner, Fortunas Sport-Geschäftsführer.

Vorwürfe an die Elfmeterschützen Sebastian Heidinger und Olivier Caillas, die vergeben hatten, gab es aber auch von Werner nicht. Schließlich waren mit Jens Langeneke (verletzt) und Ranisav Jovanovic (schon ausgewechselt) sichere Schützen nicht dabei.