Der Gegner: Sinkiewicz sieht Bochum als eine neue Chance

Der Gegner: Sinkiewicz sieht Bochum als eine neue Chance

Mit der Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel will der 25-Jährige aufsteigen.

Düsseldorf. Eigentlich war alles klar. Stets war der VfL Bochum nach einem Abstieg aus der Bundesliga auf Anhieb wieder in eben diese zurückgekehrt und gegen Borussia Mönchengladbach hatte es ja seit dem 27. Oktober 1998 keine Niederlage mehr gegeben. Doch das Fatale an Serien ist, dass sie irgendwann einmal reißen.

Die Gladbacher schafften in den beiden Relegationsspielen (1:0 und 1:1) im Mai die wohl bemerkenswerteste Rettung der Bundesliga-Geschichte und so muss der VfL Bochum nach seinem insgesamt sechsten Abstieg (1993, 1995, 1999, 2001, 2005 und 2010) nun erstmals ein zweites Jahr in Folge in der zweiten Liga verbringen. Nachsitzen also.

Der im Klub hohes Ansehen genießende Trainer Friedhelm Funkel arbeitet weiter an der Castroper Straße und konnte bis auf Ümit Korkmaz (Eintracht Frankfurt), der durch dessen österreichischen Landsmann Denis Berger (Kickers Offenbach) ersetzt wird, alle Stammspieler halten. Zudem gelang dem 57-Jährigen mit dem Transfer von Lukas Sinkiewicz (FC Augsburg) die Verpflichtung eines Führungsspielers. Der gebürtige Pole kann sowohl als Innenverteidiger, wo er den algerischen WM-Teilnehmer Anthar Yahia verdrängen würde, als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden.

Was Funkel bei der taktischen Ausrichtung mehr Flexibilität beschert. „Mit seiner Erfahrung, Wucht und Aggressivität steht er uns sehr gut zu Gesicht“, sagte Funkel. Nur cleverer muss Sinkiewicz noch werden. Vielleicht nicht auf, aber abseits des Rasens. Denn dann würde der 25-Jährige jetzt in der Ersten Bundesliga spielen. Augsburg wollte den dreifachen deutschen Nationalspieler (2005) eigentlich behalten und bot einen Zwei-Jahres-Vertrag. Sinkiewicz aber wollte einen Kontrakt über drei Jahre und stand damit bei Trainer Jos Luhukay und Manager Andreas Rettig plötzlich vor verschlossenen Türen. „Typischer Fall von verpokert“, sagt Sinkiewicz. Abgehakt.

Nun möchte der Mann aus Tychy eben mit einjähriger Verspätung ins Oberhaus. „In Bochum habe ich einen Drei-Jahres-Vertrag bekommen und den möchte ich zu zwei Dritteln in der Bundesliga erfüllen.“ Das dies gelingt, daran haben Experten eigentlich keinen Zweifel. Neben Eintracht Frankfurt wird der VfL Bochum als Favorit auf den Aufstieg gesehen und auch Lukas Sinkiewicz ist in dieser Hinsicht sehr optimistisch. „Wir verfügen über die gleiche Qualität wie der FC Augsburg in der vergangenen Saison. Mindestens über die gleiche.“ Eigentlich ist also alles klar . . .

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