Debatte um Röttgermann: Fortuna wehrt sich gegen Anschuldigungen

Medienberichte : Debatte um Clubchef Röttgermann: Fortuna wehrt sich gegen Anschuldigungen

Fortuna Düsseldorf und Vorstandschef Thomas Röttgermann wehren sich weiter massiv gegen Medienberichte, wonach der Fortuna-Boss einer geschäftlichen Nebentätigkeit nachgegangen und dem Aufsichtsrat dabei die Unwahrheit gesagt haben soll.

Der Fußball-Bundesligist hat sich juristischen Beistand gesucht. „Wir arbeiten aktuell intensiv an der Aufklärung der Vorgänge und möchten zeitnah zu einem Abschluss kommen“, sagte Fortunas Aufsichtsratschef Reinhold Ernst am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Laut „Spiegel“ soll Röttgermann - anders als dem Aufsichtsrat dargelegt - auch nach seinem Amtsantritt als Clubchef beim Bundesligisten im April weiter an der Entwicklung einer App beteiligt gewesen sein. Röttgermann bestreitet dies. Dass er zuvor zusammen mit dem Finanz-Geschäftsführer von Hertha BSC, Ingo Schiller, und Felix Welling vom VfL Wolfsburg zuvor an dem App-Projekt gearbeitet hat, wird von Röttgermann nicht bestritten.

Allerdings hatte der 58-Jährige eingeräumt, den Aufsichtsrat der Fortuna erst nachträglich über das App-Projekt informiert zu haben, aus dem er nach eigener Aussage aber ausgestiegen sei. Auch Welling informierte seinen Arbeitgeber VfL Wolfsburg nach dpa-Informationen erst unmittelbar vor Erscheinen des ersten Berichts im „Handelsblatt“ Anfang September. Allerdings hatte er bereits wenige Monate zuvor beim VfL gekündigt.

Welling soll auf Wunsch von Röttgermann zur Fortuna wechseln. Der „Spiegel“ hatte Röttgermann deshalb „Vetternwirtschaft“ vorgeworfen, was Fortunas Vorstandschef vehement zurückwies. Lediglich fachliche Gründe seien dafür ausschlaggebend.

Der „Spiegel“ beruft sich bei seiner fortlaufenden Berichterstattung wie zuvor auch das „Handelsblatt“ auf „interne Mails und Dokumente“. Die Fortuna sucht daher nach jemandem, der unerlaubterweise Interna weitergeleitet haben könnte.

Die angedachte Fußball-App soll den Fans aufzeigen, welche Spiele gerade bei welchen Anbietern im Fernsehen oder Internet zu sehen sind. Dass bei Bundesligisten angestellte Mitarbeiter eine solche Millionen-Idee privat verfolgen, stößt teilweise auf Kritik. Für Fragen der Rechteverwertung und für übergeordnete Projekte ist die Deutsche Fußball Liga (DFL) zuständig.

(dpa)
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