Das spricht nächste Saison für Fortuna Düsseldorf

Fußball-Analyse : Das spricht nächste Saison für Fortuna

Fortunas Abstieg haben Schwarzmaler für die nächste Saison bereits verkündet. Aufgrund einiger Faktoren – mit dem erfahren Trainer an der Spitze – ist der Klassenerhalt aber durchaus möglich.

Eine Bilderbuch-Saison wie in der vergangenen Spielzeit wird Fortuna Düsseldorf mit großer Sicherheit nicht noch einmal gelingen. Doch ein Platz zwischen elf und 15 sollte für das Team von Friedhelm Funkel drin sein. Womit sich diese Einschätzung begründen lässt, lesen Sie im Folgenden:

Der Trainer hat große Erfahrung und ist noch einmal gewachsen

Friedhelm Funkel weiß genau, wie schwer diese Aufgabe wird, den Verein in seiner vielleicht letzten Saison als Trainer in der Bundesliga zu halten. Aber wenn es jemand schafft, dann ist es dieser mit allen Wassern gewaschene Trainer. Das Bewusstsein, stolzer Zehnter geworden sein, wird Funkel seinen Spielern schnell aus den Köpfen treiben. Auf alten Lorbeeren ausruhen, funktioniert nicht, da muss noch nicht einmal der Spruch bemüht werden, dass es im zweiten Jahr ohnehin schwerer wird, die Klasse zu halten. Trainer und Mannschaft werden auch in der kommenden Saison eine verschworene Einheit bilden. Das hat Funkel auf seinen früheren Stationen nicht so intensiv erlebt und ist auf jeden Fall erfolgsfördernd. Das einzige Problem für Funkel ist der Spieleretat und Schwierigkeit, des Trainers Wunschspieler zu verpflichten. Doch alle – Spieler, Vereinsführung und Fans setzen großes Vertrauen in diesen Trainer.

Ist die Mannschaft auch 2019/20 stark genug besetzt?

Für den Trainer ist das ein völlig normaler Vorgang: „Wenn Leistungsträger den Verein verlassen, was völlig normal nach so einer guten Saison ist, kommen neue Spieler, die nicht schlechter sein müssen.“ Die Spieler, die noch da sind, haben durch ein Jahr Bundesliga wichtige Erfahrungen gemacht. Zu sehen war das zum Beispiel in Dortmund, als der Fortuna trotz Pressing des Gegners kaum Fehler im Aufbau unterliefen. Spielerisch hat die Mannschaft zugelegt, und es wird auch ohne Dodi Lkebakio funktionieren, auf den sich zum Schluss die Gegner immer sehr gut eingestellt hatten, ohne ihn gänzlich ausschalten zu können. Die Verantwortung in der Offensive muss definitiv auf andere Spieler übertragen werden, da auch Kevin Stöger längere Zeit ersetzt werden muss. Zudem müssen sich die Neuen, vielleicht auch ein Raman-Ersatz, erst einmal in der Bundesliga und bei Fortuna zurechtfinden. Fortuna wird auf jeden Fall auf einem höheren Niveau in die Saison starten als im Vorjahr. Allerdings ist die Konkurrenz gewarnt und lässt sich nicht mehr ganz so leicht überraschen.

Paderborn und Berlin haben die Liga nicht „besser“ gemacht

Auch wenn es ungerecht erscheint und der SC Paderborn und Union Berlin genauso (in ihrem ersten Jahr) überraschen können wie zuletzt die Fortuna. Vor dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV in der Liga müsste die Fortuna allein wegen deren wirtschaftlichen Möglichkeiten mehr Respekt haben.

Bei Fortuna träumt niemand — harter Abstiegskampf steht bevor

Stuttgart hatte vor Beginn der vergangenen Saison den Plan, europäisch spielen zu wollen, Hannover war ebenfalls von der Situation im Abstiegskampf überfordert. In Düsseldorf wird nicht (mehr) geträumt. Alle sind auf einen knallharten Abstiegskampf eingestellt — auch bis zum letzten Spiel.

Welche Bedeutung für die Fortuna hat das Uerdingen-Gastspiel?

Für die Köpfe aller Fans ist es absoluter Frevel, dass der KFC Uerdingen seine Heimspiele in der Arena austragen wird und im Pokal dann auch noch Borussi Dortmund empfängt. Eine weitere Bedeutung darf dieses hoffentlich vom Ende her absehbare Gastspiel der Krefelder in der Arena nicht haben. Das würde die Fortuna nur vom Saisonziel ablenken. Also auch eine mögliche Beeinträchtigung des Arena-Rasens sollte möglichst nie großartig thematisiert werden, damit es keinen Raum für irgendwelche Ausreden gibt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung