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Fortuna Düsseldorf: Christopher Avevor „Jackson“ passte nicht ins Konzept

Fortuna Düsseldorf : Christopher Avevor „Jackson“ passte nicht ins Konzept

Christopher Avevor erhielt von der Fortuna keinen neuen Vertrag mehr. Der sympathische Mittelfeldspieler wechselt zu St. Pauli.

Düsseldorf. Es war ein stiller Abgang. Christopher Avevor hat nie die große Öffentlichkeit gesucht, um seine Leistungen in ein helleres Licht zu stellen. Der Abschied war ähnlich, ein paar Blumen, ein Händeschütteln mit dem Sportdirektor und dem Vorstandsvorsitzenden. Keine großen Worte, kein Nachkarten, sein Blick ging direkt nach vorne. „Ich war gerne bei der Fortuna“, hatte „Jackson“, wie in seine Freunde und Mitspieler nennen, noch kurz vor Saisonende gesagt.

Damals war noch nicht klar, dass Friedhelm Funkel nicht mehr mit dem 24 Jahre alten Mittelfeldspieler plant. Er wäre wohl gerne geblieben, wenn er eine Aussicht auf eine erfolgversprechende Zukunft bei der Fortuna gehabt hätte. „Den Verlauf der Verhandlungen kommentieren wir nicht“, sagte Henrik Runde von „Avantgarde“, der beratenden Agentur von Avevor. „Aber man wusste ja, dass sich der Spieler bei seinem Gastspiel auf St. Pauli sehr wohl gefühlt hat.“ Zum Millerntor war der 24-Jährige bereits von Hannover aus in der Saison 2012/13 ausgeliehen worden.

Fortuna war offensichtlich froh, ihn von der Gehaltsliste streichen zu können. Nur wenige Tage nach dem Aus in Düsseldorf hat der sympathische Profi einen Vertrag beim FC St. Pauli unterschrieben. „Wir sind froh, dass wir,Jackson’ von einer Rückkehr zum FC St. Pauli überzeugen konnten. Er erfüllt das gemeinsam von Scouting, Trainerteam und mir erstellte Anforderungsprofil“, sagte Paulis Manager Thomas Meggle dem „Hamburger Abendblatt“. Und Trainer Ewald Lienen ergänzte an gleicher Stelle: „Christopher ist aufgrund seiner Schnelligkeit, Zweikampf- und Kopfballstärke eine große Bereicherung für uns.“

Da stellt sich natürlich die Frage, warum die sportliche Leitung der Fortuna das offensichtlich anders sieht. Zu Saisonbeginn 2014 hatte sich Avevor schnell unter Oliver Reck zum Stammspieler entwickelt. Seine Ruhe, Übersicht und Kampfkraft hatten den damaligen Fortuna-Coach überzeugt. Nach seiner fast einjährigen Zwangspause wegen seiner zunächst als Bagatelle angesehenen Knieverletzung (Knieödem) kam Avevor bei Fortuna nur schwer wieder in Schwung, obwohl er bei seinem Comeback in der ersten Mannschaft, beim 0:0 in Paderborn, eine mehr als ordentliche Leistung zeigen konnte.

Auch in der schwierigen Endphase der Saison stand der 24-Jährige oft (fünf Mal in Folge) noch nicht einmal im Kader, und Spieler der U 23 wurden ihm teilweise sogar vorgezogen. Offensichtlich hatte der Trainer erkannt, dass Avevor von seiner Schnellig- und Beweglichkeit einiges eingebüßt hat. Erst in den letzten beiden Saisonspielen saß er zumindest wieder auf der Bank.

Eine konkrete Begründung, warum es nicht mehr passte, gab es von Friedhelm Funkel aber nicht. Avevor spielte zuletzt keine große Rolle mehr, und es wurde zur Gewissheit, dass er in Düsseldorf keine Zukunft hatte.

Avevor ist ein Vorzeigeprofi, und die Fortuna hat einen Spieler verloren, der sich außerhalb des Sports sehr für Menschenrechte und gegen Rassismus eingesetzt hat. Seit fünf Jahren ist Avevor für die Initiative „Show Racism the Red Card“ tätig. Sportlich wird es in Hamburg für Avevor ein Neuanfang. Menschlich wird er sich dort wohlfühlen. Zudem hat der gebürtige Kieler nun wieder einen kürzeren Heimweg.