Christ steht im Abseits

Bei Fortuna kämpft der 30-Jährige um einen Stammplatz. Er will sich bei Trainer Meier empfehlen.

Düsseldorf. Heldentum ist vergänglich. Das hat Marco Christ jetzt bei der Fortuna erfahren. Statt mit den Zweitliga-Fußballern bei Arminia Bielefeld anzutreten (und 2:0 zu gewinnen), musste der Mittelfeldspieler zu Hause bleiben.

Es reichte nicht einmal für den 18er-Kader, also für einen Platz auf der Ersatzbank. "Das hat richtig weh getan, weil ich dachte, dass ich in der Woche zuvor gut trainiert hatte", sagt Christ. Trainer Norbert Meier teilte ihm aber nach dem Abschlusstraining mit, dass er aus taktischen Gründen daheim bleiben müsse.

"Dass es aber nicht einmal für den Platz im Mannschaftsbus nach Bielefeld gereicht hat, war schon sehr enttäuschend."

Dabei gilt er eigentlich als bester Fußballer im Kader der Fortuna. Wenn Christ spielt, führt er fast jeden Eckball und die Freistöße in Tornähe aus. Trainer Meier hat immer durchblicken lassen, dass er viel von dem 1,70-m-Mann hält.

Was der mit dem Ball anstelle, sei absolut beachtenswert. Genau das hatte der klassische "Regisseur" auf dem Fußballplatz aber in dieser Saison noch nicht unter Beweis gestellt. Die Standards ungefährlich, die Ideen verpuffen, die Pässe zu wirkungslos.

Der Mann, der die Fortuna vor anderthalb Jahren zum Aufstieg in die 2. Liga schoss, läuft seiner Form hinterher. Von Oktober bis Mitte November bremste ihn zudem eine Knieverletzung aus. Nach seiner Rückkehr wurde er mal aus- und mal eingewechselt. Vielleicht soll die Nichtberücksichtigung den "alten Christ" herauskitzeln? In der Aufstiegssaison hatte das schon mal funktioniert.

Nun hofft er auf seine erneute Bewährungschance am Sonntag gegen den Karlsruher SC (13.30 Uhr, Arena). "Ich habe das so hingenommen, werde mich im Training weiter anbieten und hoffe, dass ich dabei bin." Wenigstens im 18er-Kader und nicht auf der Tribüne.

"Allerdings", sagt Christ noch schnell hinterher, "damit keine Missverständnisse auftreten: Ich habe mich trotzdem tierisch für die Mannschaft gefreut, dass sie das Ding in Bielefeld gewonnen hat."

Mehr von Westdeutsche Zeitung