Fortuna Düsseldorf: Bormuth wartet geduldig auf seine Chance

Fortuna Düsseldorf : Bormuth wartet geduldig auf seine Chance

Der 22 Jahre alte Innenverteidiger der Fortuna hat auch in der vergangenen Saison zunächst auf den ersten Einsatz warten müssen. Danach war er zur Stelle, als er gebraucht wurde.

Düsseldorf. Nach außen wirkt Robin Bormuth wie ein Bär, der geduldig warten kann und sich dann den dicken Fisch fängt — wenn er die Chance dazu erhält. Manchmal muss er nur den Kopf hinhalten, wie beim Testspiel am Freitag gegen den KFC Uerdingen, als Fortunas Verteidiger den Ausgleich und zugleich den Endstand im Testspiel gegen den Drittligisten köpfte. „Stögi flankt, und ich halte die Nuss hin“, sagt Bormuth lapidar.

Doch so richtig glücklich ist der 22-Jährige nicht, obwohl er im Gespräch diese besondere Ruhe ausstrahlt. Er ist sicher, dass seine Chance auch dieses Jahr kommen wird. „Wieso sollte ich ungeduldig sein. Im vergangenen Jahr war es genauso, dass ich zunächst draußen saß“, sagt der 1,90 Meter große Abwehrspieler. Und dann kam er noch auf 22 Pflichtspiele in der 2. Liga sowie zwei Pokalspiele.

„Es war schon sehr wichtig, dass ich gespielt habe und dass dann noch über die volle Distanz“, sagte Bormuth nach den 90 wenig berauschenden Minuten gegen die Krefelder. An ihm lag es nicht, dass seine Mannschaft gegen diesen bissigen Gegner wenig zustande gebracht hat.

Er erledigte seinen Job so gut er konnte und machte nicht nur fast alles richtig, sondern stand auch zum besagten Ausgleich goldrichtig. „Ich lasse das Ganze jetzt auf mich zukommen, arbeite und versuche mich zu empfehlen“, äußert der 22-Jährige mit völligem Gleichmut. Auch die Verpflichtung von Marcin Kaminski, der genau auf seiner Position spielt, sieht Bormuth gelassen. „Das ist in diesem Geschäft so, und es ist eine Entscheidung des Trainers. Ich versuche, es ihm jede Woche so schwer wie möglich zu machen, an mir vorbeizukommen.“

An seinem Engagement und seiner Leidenschaft für den Beruf gibt es bei Bormuth, der in wenigen Tagen 23 Jahre alt wird, rein gar nichts auszusetzen. „Natürlich sei es wichtig, Spielpraxis zu haben, bei den Testspielen genauso alles zu zeigen wie im Training.“ Ersteres war seinen Kollegen wie Kenan Karaman und Kevin Stöger gegen Uerdingen nicht so überzeugend gelungen. Sie gehörten wohl auch zu den Spielern, mit denen Trainer Friedhelm Funkel gar nicht zufrieden war. Das gilt jedoch wohl nicht für den langen Innenverteidiger, der in der vergangenen Saison den Durchbruch geschafft hat. Ob ihm der Weg in eine große Karriere offensteht, kann er nur selbst mit seinen Leistungen beeinflussen, obwohl er nie der ganz große Techniker sein wird. Er feilt an seinen Schwächen und weiß genau, dass er in den Bereichen Spieleröffnung und Stellungsspiel noch Schwächen hat.

Das Ziel bleibt aber, schnell und möglichst bald in seinem ersten Bundesliga-Spiel auf dem Rasen zu stehen. Dazu will er bestens gerüstet sein. „Dass der Konkurrenzkampf insgesamt spürbar härter geworden ist, spüren wir in jedem Training“, sagt er. „Das kommt uns letztlich aber allen zu Gute.“